Presseerklärung: Verwunderung über DB-Aussagen

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland zeigt sich verwundert über die jüngsten Aussagen des Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Sven Hantel, zum Autoreisezug in einem Gespräch mit dem Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz, Bürgermeister Michael Wilke und dem Bundestagsabgeordneten Armin Schuster. Nach Informationsstand des Vereins laufen beim Nürnberger Privatbahnunternehmen BahnTouristikExpress (BTE) derzeit die Vorbereitungen für eine termingerechte Übernahme des Angebots ab dem 16. Dezember auf Hochtouren. „Ich habe jetzt schon mehrmals mit Mitarbeitern von BTE telefoniert und für mich ist klar, dass das Unternehmen den Autoreisezug ab Dezember betreiben wird“, sagt Vorsitzender Karl Argast. Er verweist außerdem auf Werbeflyer, die bereits in Lörrach ausliegen, sowie auf die erhältlichen Informationen auf der Internetseite des Unternehmens. Dabei seien auf beiden Medien die geplanten Verkehrstage des BTE-Autoreisezuges für das kommende Jahr bereits einsehbar, hebt Argast hervor. Weiterhin erinnert er an Aussagen von BTE-Geschäftsführer Matthias Wolf in der Presse, in denen dieser betonte: „Dass wir die Verbindung übernehmen, ist sicher.“ Die Nachricht über eine zweiten Interessenten sieht Argast indessen gelassen: „Da warten wir mal ab, was die DB noch aus dem Hut zaubert.“

 

Erfreut zeigt sich der Fahrgastverband darüber hinaus über die guten Nachrichten hinsichtlich der Anbindung der Region an das Nachtzugnetz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Wird es zum Fahrplanwechsel im Dezember doch von Basel aus weiterhin eine nächtliche Verbindung nach Zürich, Berlin und Hamburg geben. „Schon seit Jahrzehnte praktiziert die ÖBB erfolgreich Nacht- und Autozugverkehr und das mit einem kundenfreundlichen Preis-/ Leistungsverhältnis“, zieht Argast den Vergleich mit der Deutschen Bahn. Diese hatte angekündigt im Dezember alle Nachtzüge wegen Unwirtschaftlichkeit endgültig einzustellen. Stattdessen sollen nachts verstärkt IC- und ICE-Züge fahren. Der Pro Schiene Vorsitzende sieht diese Pläne allerdings kritisch: „Es kann nicht das Ziel sein, dass Reisende nachts im hell erleuchteten ICE durch die Gegend brettern und am nächsten Morgen total übermüdet am Ziel ankommen.“

 

Der Text zum Download: PE Autoreise-und-Nachtzug

 

Pro Schiene begrüßt Interesse der ÖBB an Nachtzügen

Die Nachricht, dass die ÖBB voraussichtlich zumindest einen Teil der bislang von der Deutschen Bahn betriebenen Nachtzugverbindungen übernehmen möchte, stieß beim Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland auf Erleichterung. „Gerade die Reise über Nacht bietet die Möglichkeit, Zeit zu sparen, indem man sein Ziel schlafend erreicht“, meint Beisitzer Dietmar Maldacker. „Auf Sitzplätzen im Großraumabteil ist dies aber für viele nicht möglich.“

Schlaf- oder auch Liegewagen ermöglichen eine erholsamere Nacht. Während es für jüngere Bahnreisende eine geringere Rolle spielt, wie sie die Nacht verbringen, ist der Ausstieg aus dem Nachtzugverkehr auch eine Entscheidung gegen die älteren Bahnkunden. „Für Jüngere sind die kostengünstigeren Angebote sicher attraktiv, aber ab einem gewissen Alter weiß man ein bestimmtes Maß an Komfort zu schätzen – vor allem auch am nächsten Morgen“, ergänzt Vorsitzender Karl Argast. Und auch für andere Reisende wie Familien, Gruppen oder Kurzurlauber sind separate Abteile mit Schlafmöglichkeiten äußerst praktisch.

Dies unterstreicht auch Schriftführerin Silvia Waßmer: „Statt aus diesem Bereich auszusteigen, sollte die Bahn die Schlafwagen als Mehrwert gegenüber anderen Reiseformen – wie den Fernbussen – vermarkten.“ Ohne Investitionen geht dies natürlich nicht. Umso mehr freut sich der Fahrgastverband darüber, dass die ÖBB den Wert der Nachtzüge erkannt hat und diese im Gegensatz zur Bahn nicht als Verlustgeschäft betrachtet.

 

Der Text zum Download: Nachtzüge