Lob und Kritik an der Tarifgestaltung verschiedener Fahrscheine

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland begrüßt den zum Fahrplanwechsel von der Landesregierung Baden-Württemberg neu eingeführten, einheitlichen Baden-Württemberg-Tarif. „Wenn man mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn bewegen will, dann sind attraktive Fahrscheine der erste Schritt“, sagt Vorsitzender Karl Argast. Scheuten sich doch leider immer noch viele Menschen angesichts undurchschaubarer Tarife ihr Auto stehen zu lassen. Deshalb sei das neue Ticket ein Schritt in die richtige Richtung, loben der Vorsitzende und seine Mitstreiter. Zumal dieses gegenüber dem normalen Baden-Württemberg-Ticket den Vorteil hat, auch werktags bereits ab null Uhr nutzbar zu sein.

 

Auch den im Lörracher Gemeinderat für das Jahr 2019 verabschiedeten Ein-Euro-City-Tarif für Fahrten innerhalb des Stadtgebiets bewertet der Verein durchweg positiv. „Auch Fahrten mit dem Bus sind öffentlicher Verkehr und schonen die Umwelt. Deshalb ist das Engagement der Stadt Lörrach in diesem Bereich sehr lobenswert“, hebt der Verein hervor. Gleichzeitig wünscht sich der Fahrgastverband jedoch auch eine ähnlich attraktive Lösung für den ländlichen Raum. „Leider gibt es immer noch ein Ungleichgewicht an den Zonengrenzen“, legt Vorsitzender Argast dar. Koste doch etwa eine Fahrt von Hausen nach Zell mehr als eine für die – deutlich weitere Strecke – von Zell auf den Feldberg. Der Fahrgastverband würde sich deshalb freuen, wenn bei den Verantwortlichen über den schon oft ins Gespräch gebrachten Kurzstreckentarif intensiver nachgedacht würde. Profitierten von einem flächendeckenden, kreisweiten Kurzstreckentarif doch alle ÖPNV-Nutzer im Landkreis.

 

Weiterhin sieht der Verein starkes Verbesserungspotential bei der Preisgestaltung der Fahrkarten für allen Busverbindungen, die über die Grenzen des Regio-Verkersverbund-Lörrach (RVL) hinaus gehen, wie zum Beispiel von Schopfheim nach Bad Säckingen. Laut Fahrpreisauskunft auf der Webseite der Deutschen Bahn (Südbadenbus) werden dafür 10,10 Euro fällig. „Im Vergleich zum neuen Baden-Württemberg-Tarif ist das ziemlich überteuert“, betont Argast. Kostet doch beispielsweise eine Fahrkarte von Basel nach Freiburg mit Baden-Württemberg-Tarif lediglich 60 Cent mehr: „Und das sind 62 Kilometer und keine 22!“ Zudem gebe es verbundübergreifende Fahrkarten für Einzelfahrten werktags so gut wie gar nicht, bemängeln Argast und die Vorstandsmitglieder des Vereins. Einzige Ausnahme: Die Punktekarte, mit der verbundübergreifende Fahrten gelöst werden können. Die Informationen darüber sind für sporadische ÖPNV-Nutzer jedoch nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Deshalb sind sich die Vereinsvertreter einig, dass das bisherige Angebot durchaus Verbesserungspotential aufweise.

 

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