Pro Schiene begrüßt Verbesserungen im grenzüberschreitenden Nahverkehr

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland begrüßt die kommenden Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr des Dreilands: Zum einen die Erweiterung des Gültigkeitsgebiets von Zeitkarten über die Schweizer Grenze hinweg und zum anderen den vom Kreistag beschlossenen grenzüberschreitenden Regiobus von Lörrach über Saint Louis zum Euroairport nach Frankreich.

„Beide Entwicklungen sind ein großer Fortschritt für unser Dreiland“, sagt Vorsitzender Karl Argast. Zumal in der Agglomeration Basel tagtäglich die Ländergrenzen von tausenden von Menschen, die in dem einen Land leben und in dem anderen arbeiten, überschritten werden. „Die Anpassung des Gültigkeitsgebiets für Jahres- und – begrenzt – für Monatskarten erleichtert grenzüberschreitenden Pendlern, zum Beispiel beim Umstieg auf die Tram acht in Weil, nicht nur den Alltag, sondern kann auch andere Grenzgänger zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr motivieren“, loben der Vorsitzende und sein Vorstandsteam. Sie sehen in der ab Dezember kommenden Neuregelung eine gute Ergänzung zum bestehenden Fahrkartenangebot für Pendler, Schüler und Grenzgänger.

Auch über den vom Kreistag beschlossenen Regiobus nach Frankreich sind die Vereinsmitglieder sehr erfreut. „Der Bus bietet die einmalige Chance, den Landkreis und seine Menschen erstmals seit Gründung der Bundesrepublik direkt mit dem benachbarten Elsass zu verknüpfen. Deshalb ist es uns auch ein besonderes Anliegen, dass dieser Bus nicht nur als Flughafen-Zubringer fungiert, sondern durch seine Unterwegs-Haltepunkte auch Pendlern entlang der Strecke eine Alternative zum eigenen Auto eröffnet“, erklärt Dietmar Maldacker, zweiter Pro Schiene-Vorsitzender. Der Verein weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein Halt des Busses am Personaleingang des Flughafens bei der Routenplanung unbedingt mitbedacht werden muss. Ebenso hoffen die Vereinsmitglieder, dass es bis zum Start des Busses gelingt, für das Angebot attraktive Tarifstrukturen auszuhandeln.

Unabhängig von dieser erfreulichen Entwicklung sieht der Fahrgastverband langfristig jedoch nach wie vor eine Anbindung des Euroairports an das Schienennetz als unabdingbar an und fordert von den Verantwortlichen auf deutscher Seite, sich weiter für dieses Projekt – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – einzusetzen.

Tram in Weil
Auch in der Tram 8 gilt ab Dezember die Neuregelung der Zeitkarten.

Lob und Kritik an der Tarifgestaltung verschiedener Fahrscheine

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland begrüßt den zum Fahrplanwechsel von der Landesregierung Baden-Württemberg neu eingeführten, einheitlichen Baden-Württemberg-Tarif. „Wenn man mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn bewegen will, dann sind attraktive Fahrscheine der erste Schritt“, sagt Vorsitzender Karl Argast. Scheuten sich doch leider immer noch viele Menschen angesichts undurchschaubarer Tarife ihr Auto stehen zu lassen. Deshalb sei das neue Ticket ein Schritt in die richtige Richtung, loben der Vorsitzende und seine Mitstreiter. Zumal dieses gegenüber dem normalen Baden-Württemberg-Ticket den Vorteil hat, auch werktags bereits ab null Uhr nutzbar zu sein.

 

Auch den im Lörracher Gemeinderat für das Jahr 2019 verabschiedeten Ein-Euro-City-Tarif für Fahrten innerhalb des Stadtgebiets bewertet der Verein durchweg positiv. „Auch Fahrten mit dem Bus sind öffentlicher Verkehr und schonen die Umwelt. Deshalb ist das Engagement der Stadt Lörrach in diesem Bereich sehr lobenswert“, hebt der Verein hervor. Gleichzeitig wünscht sich der Fahrgastverband jedoch auch eine ähnlich attraktive Lösung für den ländlichen Raum. „Leider gibt es immer noch ein Ungleichgewicht an den Zonengrenzen“, legt Vorsitzender Argast dar. Koste doch etwa eine Fahrt von Hausen nach Zell mehr als eine für die – deutlich weitere Strecke – von Zell auf den Feldberg. Der Fahrgastverband würde sich deshalb freuen, wenn bei den Verantwortlichen über den schon oft ins Gespräch gebrachten Kurzstreckentarif intensiver nachgedacht würde. Profitierten von einem flächendeckenden, kreisweiten Kurzstreckentarif doch alle ÖPNV-Nutzer im Landkreis.

 

Weiterhin sieht der Verein starkes Verbesserungspotential bei der Preisgestaltung der Fahrkarten für allen Busverbindungen, die über die Grenzen des Regio-Verkersverbund-Lörrach (RVL) hinaus gehen, wie zum Beispiel von Schopfheim nach Bad Säckingen. Laut Fahrpreisauskunft auf der Webseite der Deutschen Bahn (Südbadenbus) werden dafür 10,10 Euro fällig. „Im Vergleich zum neuen Baden-Württemberg-Tarif ist das ziemlich überteuert“, betont Argast. Kostet doch beispielsweise eine Fahrkarte von Basel nach Freiburg mit Baden-Württemberg-Tarif lediglich 60 Cent mehr: „Und das sind 62 Kilometer und keine 22!“ Zudem gebe es verbundübergreifende Fahrkarten für Einzelfahrten werktags so gut wie gar nicht, bemängeln Argast und die Vorstandsmitglieder des Vereins. Einzige Ausnahme: Die Punktekarte, mit der verbundübergreifende Fahrten gelöst werden können. Die Informationen darüber sind für sporadische ÖPNV-Nutzer jedoch nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Deshalb sind sich die Vereinsvertreter einig, dass das bisherige Angebot durchaus Verbesserungspotential aufweise.

 

Diskussionsrunde zum Nahverkehr (01.09.2017)

 

Wir, der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland e.V., lädt am kommenden Freitag, 1. September, alle interessierten Bürger zu einer Diskussionsrunde zum Thema „Nahverkehr im ländlichen Raum“ ins Wirtshausmuseum Krone in Tegernau ein. Los geht es um 19.30 Uhr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Presseerklärung: Pro Schiene begrüßt baldigen Baubeginn des Haltepunkts Schlattholz

Was lange währt, wird endlich gut“, freut sich Pro Schiene Vorsitzender Karl Argast angesichts der erfreulichen Nachricht eines baldigen Baubeginns des Haltepunkts Schlattholz. Ist der Wunsch nach einem weiteren Haltepunkt zwischen Schopfheim und Fahrnau doch bereits über zehn Jahre alt. „Von der ersten Idee bis heute ist beim Schlattholz ein komplett neues Wohngebiet entstanden“, hebt Argast dabei hervor. Und gerade für dieses sei eine Anbindung an die Regio S-Bahn wichtig, um noch mehr Bewohnern den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu erleichtern.

 

Trotz aller Freude, äußert der Fahrgastverband jedoch auch kritische Töne. Vor allem die gestiegenen Kosten seien durchaus vermeidbar gewesen, hebt Argast hervor und erklärt: „Hätten sich die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt schon früher ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt, hätte der Haltepunkt schon vor Jahren zu der ursprünglichen Kostenberechnung gebaut werden können.“

 

An einer fehlenden Entschlossenheit der Stadt Schopfheim habe es jedenfalls nicht gelegen, betont der Verein. Habe die Stadt doch immer wieder bei der Bahn hinsichtlich der aktuellen Entwicklung nachgehakt. Umso erfreulicher sieht Pro Schiene deshalb die nun von der Bahn erfolgte Veröffentlichung eines konkreten Zeitplans und hofft, dass am 4. Juli dann auch tatsächlich mit den Bauarbeiten begonnen wird.

 

Veranstaltungshinweis: Schienengipfel am 3. Mai 2017 in Waldshut

Bild: Pro Schiene Archiv

Wie geht es mit dem Schienenverkehr am Hochrhein weiter? Rita Schwarzelühr-Sutter diskutiert beim Schienengipfel mit Vertretern der Bahn, Politik und Bürgerinnen und Bürger.

Verspätungen, veraltete Dieselzüge in mangelhaftem Zustand und eine schlechte Taktung verärgern Schüler, Pendler und Bürger.  Die Elektrifizierung der Hochrheinbahn verbunden mit neuem, barrierefreien Zugmaterial, lässt auf sich warten. Dies und wie Verbesserungen für den Schienenverkehr erreicht werden können, werden Landrat Dr. Martin Kistler, Sven Hantel –  Konzernbevollmächtigter der DB AG für Baden-Württemberg, Georg Keitel aus dem Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg (Referatsleiter Personen-und Schienenverkehr) und die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter mit Bürgerinnen und Bürger auf dem Schienengipfel am 3. Mai in Waldshut diskutieren.

Bürgerinnen und Bürger sind hierzu herzlich eingeladen.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 3. Mai um 18:30 Uhr im Kornhaus Waldshut, Bismarckstr.12 statt. „Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um gemeinsam für eine schnelle und nachhaltige Verbesserung des Schienenverkehrs am Hochrhein zu kämpfen“, so die SPD-Bundestagsabgeordnete.

Text: http://www.schwarzelühr-sutter.de/artikel/schienengipfel-am-3-mai-in-waldshut 

Presseerklärung: Zwei Gleise fürs Zentralklinikum

Pro Schiene thematisiert Probleme und Voraussetzungen für eine Anbindung an die Wiesentalbahn

Das neue Zentralklinikum ist derzeit im Landkreis Lörrach in aller Munde. Neben finanziellen und umweltpolitischen Aspekten spielt bei einer Realisierung auch die Verkehrsanbindung eine wichtige Rolle. Besonders zu den beiden Standorten im Wiesental möchte der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland jedoch auf folgende Probleme und Voraussetzungen aufmerksam machen: Ein zweigleisiger Ausbau der Wiesentalbahn wäre zwar eine schöne Sache, doch offiziell ist dieser weder im Moment noch in naher oder ferner Zukunft angedacht. Deshalb wird auch die Umsetzung eines neuen Haltepunkts im Lörracher Entenbad auf absehbare Zeit nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Neben der Kostenfrage ist es vor allem hinsichtlich des Fahrplans schwierig, einen weiteren Haltepunkt auf diesem Streckenabschnitt unterzubringen. Dies liegt besonders daran, dass es auf der größtenteils eingleisigen Strecke zu wenig Ausweichmöglichkeiten gibt – wurden doch vor Jahren die zweiten Gleise in Maulburg und Stetten, die die Situation entspannt hätten, entfernt.

Aktuell ist es jedoch so, dass die S5 von Weil nach Steinen und die S6 von Basel nach Zell gerade so aneinander vorbei kommen. „Jeder weitere Halt zwischen Lörrach und Schopfheim sprengt das ausgeklügelte Taktgefüge“, sagt Vorsitzender Karl Argast.

Deshalb müsste ein neuer Haltepunkt „Entenbad“ auf jeden Fall zweigleisig (mit zwei Bahnsteigen) bis Steinen – besser jedoch noch bis Schopfheim – gebaut werden. Bei einem Zentralklinikum in Gündenhausen wären beim Haltepunkt „Schopfheim West“ ebenfalls ein zweites Gleis und ein zweiter Bahnsteig für einen 15-Minutentakt notwendig. „Hier muss ein zweigleisiger Ausbau zumindest zwischen Maulburg und Schopfheim erfolgen, um diesen Takt bis Schopfheim zu gewährleisten“, betont Argast.

Die Lörracher Idee eines Bus-Shuttles vom Bahnhof „Brombach/ Hauingen“ zum Zentralklinikum im Entenbad sieht der Fahrgastverband hingegen kritisch. „Ich glaube kaum, dass Leute, die gesundheitlich angeschlagen sind, große Lust haben, noch auf einen Bus umzusteigen“, sagt Beisitzerin Brigitte Spitz. Und Schriftführerin Silvia Waßmer ergänzt: „Selbst bei einer optimalen, direkten Bahnanbindung des neuen Klinikums stellt sich letztlich die Frage, ob Bürger wirklich zugunsten des ÖPNV auf eine Anreise mit dem eigenen PKW verzichten.“ Eine Umsteigeverbindung – so sind sich die Vereinsmitglieder einig – sei für dieses Ziel jedenfalls ziemlich unattraktiv.

Dialog über den 15-Minuten-Takt mit OB Jörg Lutz (Lörrach)

Zusammen mit Pro Bahn NWCH und der IG Verkehr Lörrach haben unsere beiden Vorsitzenden vergangene Woche mit der Lörracher Stadtverwaltung über Verkehrskonzepte gesprochen.

Nachfolgend die entsprechende Presseerklärung unserer Partner von der IG Verkehr:

Am 26. Januar 2017 fand ein erstes Gespräch zwischen Oberbürgermeister Lutz, Herrn Lüers und Vertretern von Pro Schiene Dreiland, Pro Bahn NWCH und IG Verkehr Lörrach statt. Alle drei Organisationen setzen sich im Interesse der grenzüberschreitenden Region für den Ausbau des Schienenverkehrs ein. Es ging vorrangig um den 15-Minutentakt der S-Bahn 6 ins Wiesental, die Verlängerung der Straßenbahn nach Lörrach und die Einrichtung einer Mobilitätsdrehscheibe in Lörrach-Stetten. Es wurde unter anderem auch über das Gesamtverkehrskonzept und die Einstellung eines Verkehrsplaners gesprochen, ohne jedoch dass ein Zeitplan seitens der Verwaltung genannt werden konnte. Die Notwendigkeit einer Machbarkeitsstudie für die Straßenbahn ist nach Auffassung der IG Verkehr immer offensichtlicher und dringender geworden. Doch wies Oberbürgermeister Lutz darauf hin, dass dies nur bei Bereitschaft und finanzieller Beteiligung der Schweizer Seite durchgeführt werden könne. Die Bereitschaft dazu war in der Schweiz viele Jahrzehnte lang vorhanden gewesen, doch habe sich dies momentan geändert.  Die vielfältigen, vorhandenen Möglichkeiten einer Finanzierung, auf die im Schreiben vom Ministerium für Verkehr an die IG Verkehr hingewiesen worden war, wurden  nicht in Erwägung gezogen, denn sie würden nach Ansicht der Verwaltung in der Zukunft weiterhin bestehen. Man wolle zuerst das Gesamtverkehrskonzept abwarten, auch wenn es nach Auffassung der IG Verkehr (zu) lange dauern könnte. Alle drei Organisationen werden weiterhin und verstärkt Gespräche auf beiden Seiten der Grenze suchen, um die grenzüberschreitende Region im Interesse der Bevölkerung mit dem Schienenverkehr besser verbinden zu können. Die gemeinsamen Gespräche sollen nach Bedarf fortgesetzt werden, was positiv gesehen wird.

Berichte in den Tageszeitungen:

http://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.loerrach-dialog-mit-der-stadt-ueber-den-15-minuten-takt.873fd213-a269-4787-915e-00dfdde1d5cf.html

http://www.badische-zeitung.de/loerrach/verkehrsverbaende-sprechen-mit-stadt-loerrach-ueber-konzepte–132988654.html

Presseerklärung: Das geplante Zentralklinikum und seine Anbindung an den ÖPNV

Derzeit gibt es drei Vorschläge für den Standort des geplanten neuen Zentralklinikums des Kreises: In Schopfheim-Gündenhausen, Lörrach-Entenbad und Rheinfelden-Herten. Die Standorte Entenbad in Lörrach und Gündenhausen in Schopfheim liegen dabei nahe der B 317 und an der S-Bahnlinie im Wiesental. Dazu gibt der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland folgendes zu bedenken:

Der Standort Schopfheim hätte für die Wiesentalbahn keinerlei negative Folgen, da es bereits in unmittelbarer Nähe des vorgesehenen Geländes den Haltepunkt Schopfheim-West gibt. Anders sieht es allerdings beim Standort Entenbad in Lörrach aus: Dort fährt zwar auch die Wiesentalbahn vorbei, jedoch existiert bislang noch kein Haltepunkt. Zwar wäre technisch der Bau einer Bahnstation kein Problem, doch würden sich schwerwiegende Probleme für den Fahrplan mit Taktverkehr ergeben. Die an beiden Standorten vorbeiführende Wiesentalbahn ist nämlich zwischen dem Bahnhof Haagen und dem Bahnhof Schopfheim nur eingleisig befahrbar. Eine Kreuzung in Steinen ist nicht möglich, da das zweite Gleis dort durch die S 5 (Weil – Steinen) belegt ist. Seit Abbau des zweiten Gleises im Bahnhof Maulburg besteht für die S6 keine Kreuzungsmöglichkeit zwischen den Bahnhöfen Haagen und Schopfheim mehr. Jedoch kann die Fahrtzeit zwischen den beiden Punkten nicht mehr verlängert werden, da sonst der halbstündige Taktverkehr nicht mehr aufrecht zu erhalten wäre. Schon heute können die schnellen Flirt-Züge in Spitzenzeiten den Fahrplan oft nicht mehr einhalten. Die Züge aus Lörrach haben bereits jetzt im Berufsverkehr oft eine Verspätung von einigen Minuten, wenn sie in Schopfheim ankommen. Da es keine andere Kreuzungsmöglichkeit gibt, muss dann der Gegenzug aus Zell in Richtung Basel im Bahnhof Schopfheim warten und handelt sich somit selbst noch eine Verspätung ein.

Sollte jetzt eine weitere Station am Entenbad gebaut werden, wäre der Takt auf der S6 nicht mehr einzuhalten, da die Verspätungen dann nicht mehr kompensiert werden könnten. Doch auch bei der S 5 würde ein ähnliches Ungemach drohen. Kreuzt diese Linie doch tagsüber im Bahnhof Steinen mit den Zügen der S 6. Bei einem zusätzlichen Haltepunkt im Entenbad könnte auch sie es nicht mehr immer rechtzeitig zur Kreuzung mit der S6 nach Steinen schaffen. Deshalb müsste der neue Haltepunkt doppelspurig gestaltet werden und die Doppelspurigkeit bis zum Bahnhof Steinen, der ja bereits über zwei Gleise verfügt, verlängert werden. Ohne diese beiden doppelspurigen Ausbauten würde das erfolgreiche S-Bahn-Konzept schwer beeinträchtigt werden. Dies kann wohl niemand wollen.

Deshalb ist der Bau einer weiteren Station zwischen Haagen und Schopfheim nur unter der Bedingung vorstellbar, dass die Wiesentalbahn auf den erwähnten Streckenabschnitten (Schopfheim – Maulburg und Steinen – Entenbad) zweigleisig ausgebaut wird, so dass auch dort – ähnlich wie zwischen Lörrach-Hauptbahnhof und Lörrach-Haagen – fliegend gekreuzt werden kann. Sollte der Kreistag nun das neue Klinikum nach Lörrach vergeben, muss der Kreis auch für den teilweise zweigleisigen Ausbau der Wiesentalbahn sorgen. Ansonsten wäre unser schönes S-Bahnsystem nicht mehr das, was es ist. Natürlich wäre ein teilweise zweigleisiger Ausbau der Wiesentalbahn in jedem Fall eine schöne Sache und im Falle eines Viertelstundentakts auf der S6 sowieso unumgänglich, wie auch der Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz festgestellt hat.

Fällt die Wahl des Kreistags auf den Standort Rheinfelden-Herten wäre die Wiesentalbahn natürlich nicht betroffen. Allerdings wird der Bahnhof Herten derzeit nur stündlich angefahren. Sollte das Zentralklinikum also hier gebaut werden, wäre wegen der Erreichbarkeit die Einführung eines Halbstundentakts unumgänglich. Und auch die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke sollte bis zur Fertigstellung des Klinikums durchgeführt sein. Denn nur so könnte nach Auffassung von Pro Schiene Dreiland ein zufrieden stellender Anschluss des Standorts an das Netz der Regio-S-Bahn gewährleistet werden.

Der Text zum Download: das-geplante-zentralklinikum-und-seine-verkehrsanbindungen

 

Presseerklärung zur gemeinsamen Begehung der geplanten Mobilitätsdrehscheibe Zollweg mit Pro Bahn Nordwestschweiz und IG Verkehr Lörrach

Grenzübergreifend und gemeinsam für einen besseren ÖV

Erstmals trafen sich am Samstag, 22. Oktober 2016, die Bürgerinitiativen Pro Bahn Nordwestschweiz, Pro Schiene Dreiland und IG Verkehr Lörrach zu einer gemeinsamen Begehung der im Rahmen der IBA 2020 Basel vorgesehenen Mobilitätsdrehscheibe am „Zollweg“ an der Grenze.

Im Fokus stand die Qualität der angestrebten Verknüpfung von Tram, Bahn und Bus und die Prüfung allfälliger Alternativen. Seitens der drei Organisationen bestehen berechtigte Zweifel an die Zweckmässigkeit eines zusätzlichen S-Bahn-Haltpunktes am Zollweg. Die Verlegung der Mobilitätsdrehscheibe vom Zollweg an den Haltepunkt Lörrach-Stetten ermöglicht eine Verknüpfung mit beiden S-Bahnen S 5 und S6 und bringt der Stadt Lörrach und der grenzüberschreitenden Region einen grösseren Nutzen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die von Ingenieur Hannes Fischer ausgearbeitete alternative Tramtrasse. Sie folgt weitestgehend einem ehemaligen Gütergleis und führt dicht am Stadtzentrum vorbei – ohne die bestehende Bausubstanz groß zu beeinträchtigen oder viel Strassenraum zu beanspruchen. Das Argument einer Konkurrenz zur S-Bahn wird angesichts einer völlig anderen Linienführung gegenstandslos. „Eine Tram ist keine Konkurrenz zur S-Bahn, sondern ergänzt diese sinnvoll“, sind sich die Vertreter aller drei Organisationen einig. Während die S-Bahn eine schnelle Verbindung ins Wiesental darstellt, erschließt die Straßenbahn vor allem die innerstädtischen Bereiche. Im Zusammenspiel würden beide Verkehrsmittel – für die in Lörrach Platz genug vorhanden wäre – die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer ausreichend bedienen. Daher wäre es wünschenswert, wenn bei der Entwicklung von ÖV-Projekten die Frage des allgemeinen, langfristigen Nutzens stets an vorderster Stelle stehen würde.

Pro Schiene Dreiland, IG Verkehr Lörrach und Pro Bahn Nordwestschweiz sind überein gekommen, zukünftig in Fragen grenzübergreifender ÖV-Vorhaben eng miteinander zu kooperieren, um die Chancen einer Realisierung angestrebter und sinnvoller Projekte des öffentlichen Regional- und Nahverkehrs in unserer trinationalen Region innerhalb überschaubarer Zeiträume zu verbessern.

Der Text zum Download: Begehung Riehen – Stetten

Weitere Infos und Bilder außerdem unter: Aktionen

Presseerklärung: ÖPNV im Kleinen Wiesental

Anlässlich des Naturparkmarkts in Wies diskutierte der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland mit aktuellen und potentiellen Fahrgästen aus dem Kleinen Wiesental über die derzeitige Situation und die Verbesserungen durch die Fortschreibung des
Nahverkehrsplans.

Erfreut zeigt sich der Fahrgastverband über die ausnahmsweise Bedienung Wies‘ durch den Wanderbus zum Haldenhof am Naturparkmarktsonntag. „Kompliment an die Initiatoren dafür. Das war eine tolle Idee!“, äußert sich Schriftführerin Silvia Waßmer. Einzig die Bekanntmachung im Vorfeld des Marktes sieht sie kritisch. „Selbst aus unserem Verein an ÖV-Interessierten wusste dies kaum jemand.“

Der öffentliche Verkehr im Kleinen Wiesental ist ausbaufähig, waren sich die Besucher des Pro-Schiene-Stands einig. „Es ist schön, zu sehen, dass sich die Menschen für das Thema interessieren“, meint Beisitzer Dietmar Maldacker und lobt die Vielzahl an interessanten Gesprächen. Ein erster Schritt zur Verbesserung der Anbindung des ländlichen Raums wird sicher die schon länger diskutierte Überführung des freigestellten Schülerverkehrs in den regulären öffentlichen Verkehr sein. „Wir hoffen, dies kann bald umgesetzt werden“, sagt Maldacker.

Eine wichtige Rolle spielt hier auch die Einführung der KONUS-Gästekarte, die Feriengästen die kostenfreie Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ermöglicht: Die dafür entrichteten Abgaben müssen einen für die Gäste erkennbaren Mehrwert generieren, was nur dann der Fall ist, wenn der ÖV auch effektiv genutzt werden kann. Dies kann nur durch eine regelmäßige Bedienung zumindest der größeren Dörfer erreicht werden.

Als guten Ansatz in diese Richtung erachtet Pro Schiene die Einführung der Anrufsammeltaxen (Tegernau –) Zell – Schürberg und Tegernau – Schlechtbach. Allerdings: „Die Umplanung des ursprünglich diskutierten Anrufsammeltaxis Schopfheim – Tegernau – Wies/Wembach in eine reguläre Linie, die grundsätzlich zu begrüßen ist, darf nicht zulasten der Verbindung nach Wies oder der flexiblen Anbindung des oberen Tals in den Randzeiten gehen“, so Vorsitzender Karl Argast.

Von den beiden verbleibenden Anrufsammeltaxen profitiert – je nach Linienführung – voraussichtlich nur ein kleiner Teil des Kleinen Wiesentals. „Wir fordern die Anbindung aller größeren Orte im Tal an das AST.“ Zugleich hofft der Fahrgastverband, dass die zusätzlichen Verbindungen ein langfristiges Angebot darstellen und über die Dauer der Flüchtlingsunterkunft in Bürchau hinaus bestehen bleiben.

Positiv sieht der Fahrgastverband die bergquerenden Verbindungen durch das Anrufsammeltaxi und den Anschluss an Wembach und hofft zugleich, dass in Zukunft auch andere berg- und tarifverbundüberschreitende Linien wie z.B. Lipple – Hochblauen – Badenweiler, Haldenhof – Sirnitz – Badenweiler oder Haldenhof – Münstertal – Staufen – Bad Krozingen entsprechend berücksichtigt werden.

„Der ländliche Raum wie das Kleine Wiesental ist nicht nur für seine Bewohner von Bedeutung, sondern auch als Naherholungsgebiet für den Großraum Basel/Mulhouse. Eine angemessene Infrastruktur und eine flächendeckende Bedienung auf dem Land ist Voraussetzung dafür, dass dieses als Wohnraum attraktiv und als Naherholungsgebiet erhalten bleibt“, betont Argast.

 

Der Text zum Download: ÖPNV Kleines Wiesental

Wanderbus Wies 2