Neue „Beförderungsqualität“ am Hochrhein

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland kritisiert das Vorhaben der Deutschen Bahn, die Interregio-Verbindungen (IRE) am Hochrhein erst Mitte Juni wieder ab Basel fahren zu lassen.

„Wir sind von der Hochrheinstrecke ja wirklich viel Schlechtes gewohnt“, sagt Vorsitzender Karl Argast, „aber Dank Corona gibt es tatsächlich eine weitere Steigerung und eine noch abstrusere ‚Beförderungsqualität‘ am Hochrhein.“
An dem derzeitigen „Rumpffahrplan“ bemängelt der Fahrgastverband dabei vor allem die fehlenden IRE-Verbindungen von Basel nach Waldshut. „Es ist absolut nicht vermittelbar, warum Basel, Rheinfelden und Bad Säckingen plötzlich von der schnellen Verbindung Richtung Bodensee und Ulm abgehängt sind“, schildert Argast weiter. Zumal es auch in diesen Städten Pendler gebe, die täglich vom Bodensee zur Arbeit oder umgekehrt fahren. Und die Regionalbahn – die derzeit einzige Verbindung bis Waldshut – „ist nun wirklich keine attraktive Alternative“, ergänzt Dietmar Maldacker, stellvertretender Vorsitzender. Nicht nur seien die Fahrzeiten im Vergleich bedeutend länger, sondern auch das mehrmalige Umsteigen mache die Verbindung unattraktiv.

Deshalb appelliert der Verein dringend an die Deutsche Bahn (DB Regio), den IRE-Verkehr zwischen Basel und Waldshut so schnell wie möglich – und nicht erst zum Fahrplanwechsel am 15. Juni – wieder aufzunehmen.

„Es kann ja nicht das Ziel der Bahn sein, Pendler von der Schiene auf die Straße zu treiben“, hebt Argast hervor und mahnt, „wenn sich jedoch nicht bald Verbesserungen einstellen, wird dies wohl die Folge sein.“ Er könne sich des Eindrucks nicht erwehren, fügt er – auch mit Blick auf vergangene Probleme – an, dass die Deutsche Bahn an einem Weiterbetrieb der Hochrheinbahn langfristig kein sonderliches Interesse mehr habe. Da stelle sich die Frage, „wie lange sich die Bahnkunden dieses Theater noch gefallen lassen“.

Der Verein sieht hier deshalb auch die Politik und insbesondere die Nahverkehrsgesellschaft des Landes in der Pflicht.

Bericht zur Jahreshauptversammlung am 20. Dezember 2019

„Wir haben einiges zu tun“, kündigte Vorsitzender Karl Argast bei der Jahreshauptversammlung des Vereins Pro Schiene Dreiland am vergangenen Freitag in Zell im Wiesental an. Die Themen lägen dabei „sozusagen im Gleis“, führte er weiter aus und nannte etwa den angedachten 15-Minuten-Takt auf der S6, das Thema „Kurzstreckentarif“, die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke und damit verbunden der Bodenseegürtelbahn, Fahrplanverdichtungen, die Reaktivierungsbestrebungen der Kandertal- und Wehratalbahn oder auch die Entwicklungen in Punkto Güterverkehr.

Ein erster Termin in Sachen Taktverdichtung S6 ist bereits im Januar mit Lörrachs Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic am Fahrdienstleiter-Stellwerk in Lörrach vorgesehen. Dabei solle schon vorab ausgelotet werden, was beim momentanen Stand der Infrastruktur und Technik möglich sei. Allerdings werde wohl „ohne Ausbau nicht allzu viel gehen“, prophezeite Argast. Auch wies er darauf hin, dass der diskutierte zweigleisige Ausbau, „wenn wir das Projekt Wehratalbahn ernsthaft weiterverfolgen wollen“, durchgängig bis Schopfheim, besser noch bis Fahrnau erfolgen sollte.

Weiterhin möchte der Verein sich gemeinsam mit den bestehenden Initiativen verstärkt für die Reaktivierung der Kandertalbahn und Wehratalbahn einsetzen und auch das Thema „Güterverkehr“ wieder mehr in die Öffentlichkeit rücken. Zudem sollen die Vorstellungen des Vereins hinsichtlich Fahrplanverdichtungen auf der S5 und S6 „noch deutlicher artikuliert“ werden, wie Argast – auch mit Blick auf daran anschließende Busverbindungen – ausführte.

Ebenfalls kündigte er eine „Offensive“ im Bereich Öffentlichkeitsarbeit an und bestätigte die Fortführung der Kurse am Fahrkartenautomaten.

Rückblick
Bereits zuvor hatte der Vorsitzende einen Überblick über die Aktivitäten der vergangenen Monate gegeben: Es habe zwar auf Grund des Kommunalwahlkampfs im ersten Halbjahr keine größeren Höhepunkte gegeben, führte er aus, dafür aber einige kleinere Termine. Argast nannte hier zum Beispiel ein erstes Treffen zum Thema Kurzstreckentarif mit dem ersten Landesbeamten, Ulrich Hoehler, und dem Geschäftsführer des Regio-Verkehrsverbunds Lörrach (RVL), Frank Bärnighausen, im Februar oder die Teilnahme an der Gründungsversammlung der IG Pro Wehratalbahn im November. „Quasi fast zum Abschluss des Berichtszeitraumes“ konnte mit einem Besuch bei der Firma Stadler (Hersteller der FLIRT-Züge) in Bussnang (Schweiz) doch noch ein „absoluter Höhepunkt“ verzeichnet werden, berichtete Argast.

Tour de Bähnle
Beim vereinseigenen Ausflugsprogramm „Tour de Bähnle“ gab es allerdings „einige Ausfälle und Verschiebungen“ auf Grund diverser Baustellen im Ländle. Vorsitzender Argast kündigte in diesem Zusammenhang eine mögliche Überarbeitung des Angebots an. „Die Entwicklung zu reinen Vergnügungsfahrten ist mir persönlich etwas zu wenig“, sagte er und nannte als mögliches Ziel 2020 eine Fahrt zur Eröffnung des Monte Ceneri-Basistunnels in der Schweiz oder einen erneuten Besuch des Brennerbasistunnels.

Wahlen
Zum ersten Vorsitzenden wurde Karl Argast einstimmig wiedergewählt. Kassierer und stellvertretende Kassiererin bleiben Daniel König und Brigitte Spitz. Als Beisitzer wurden zudem Max Noller und Nadja Eichin bestätigt. Kassenprüfer bleiben Klaus Strittmatter und Jörg Spitz.

Auch im kommenden Jahr bietet Pro Schiene Chef Karl Argast wieder Kurse am Fahrkartenautomaten an.

Jahreshauptversammlung vertagt

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland hat am Freitag einstimmig beschlossen, die Jahreshauptversammlung des Vereins auf Grund fehlender Informationen zu einem wichtigen Tagesordnungspunkt zu vertagen. Neuer Termin ist am Freitag, 20. Dezember, 19.30 Uhr, im Hotel Löwen, Zell im Wiesental. Alle Mitglieder und Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Verein freut sich über zahlreiches Erscheinen.

Tour de Bähnle nach Feldkirch

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland und der Zeller Ortsverband der AWO fahren am Samstag, 20. Juli, mit „Tour de Bähnle“ nach Feldkirch in Vorarlberg. Dort wird die Schattenburg besichtigt. Abfahrt ist um 7.00 Uhr am Busbahnhof in Zell im Wiesental, Zustieg ist bis Lörrach möglich. Die Kosten für Fahrt, Eintritt und Führung auf der Burg belaufen sich auf 50 Euro. Anmeldung bis spätestens Sonntag, 14. Juli, bei Brigitte Spitz, Tel. 07625/98356, Karl Argast, Tel. 07625/98190 oder per E-Mail an info@ig-proschiene.de

Jahreshauptversammlung 2019 muss krankheitsbedingt kurzfristig verschoben werden

Sonderartikel

Krankheitsbedingt muss die Jahreshauptversammlung des Fahrgastverbands Pro Schiene Dreiland kurzfristig von Freitag, 25. Januar, um knapp vier Wochen auf Freitag, 22. Februar, verschoben werden.

Der Fahrgastverband lädt jedoch schon heute alle Mitglieder und ÖPNV-Interessierten zum neuen Termin ein. Die bereits angekündigte Tagesordnung bleibt bestehen und kann auf der Startseite eingesehen werden.

Die Veranstaltung findet in der Pizzeria Escopazzo in Zell im Wiesental statt und beginnt um 19.30 Uhr. Anträge zur Tagesordnung nimmt der erste Vorsitzende, Karl Argast, bis spätestens 21. Februar schriftlich unter info@ig-proschiene.de entgegen.

Der Verein freut sich schon heute über zahlreiches Erscheinen.

Einladung zur Jahreshauptversammlung

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland lädt am Freitag, 25. Januar 2019, alle Mitglieder und ÖPNV-Interessierten zur diesjährigen Jahreshauptversammlung in die Pizzeria Escopazzo in Zell im Wiesental ein. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem ein Rückblick auf die vergangenen Monate, ein Ausblick auf kommende Aufgaben sowie Wahlen. Beginn der Veranstaltung ist um 19.30 Uhr, Anträge zur Tagesordnung können bis spätestens 24. Januar 2019 beim ersten Vorsitzenden, Karl Argast, unter info@ig-proschiene.de schriftlich eingereicht werden. Der Verein freut sich über zahlreiches Erscheinen.

Zum Herunterladen: Einladung zur Jahreshauptversammlung 2019

„Nahverkehr findet auch ohne Schienen statt“ – Bericht zur Jahreshauptversammlung

Als „relativ ruhig“, aber dennoch „von einigen Aktivitäten geprägt“ und zwischenzeitlich „sogar richtig arbeitsintensiv“ rekapitulierte Vorsitzender Karl Argast das vergangene Vereinsjahr des Fahrgastverbands Pro Schiene Dreiland bei dessen Jahreshauptversammlung am Freitag in Zell im Wiesental.

 

Rückblick:

Insbesondere die Fortschreibung des Nahverkehrsplans im Landkreis Lörrach habe den Verein dabei „nahezu das ganze Jahr“ beschäftigt, erklärte der Vorsitzende weiter und gab anschließend einen kurzen Überblick über wichtige Verbesserungen im Nahverkehr zum Fahrplanwechsel: So gebe es nun etwa vier statt bisher drei Busverbindungen an Werktagen zwischen Tegernau und Schönau. Von Zell nach Todtnau fährt jetzt auch von Freitag auf Samstag ein Bus um 0.35 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen – und damit nun täglich – einer um 22.35 Uhr. Ebenso hob Argast die Eröffnung des neuen Haltepunkts „Schopfheim-Schlattholz“ hervor, der bereits „kurz nach Inbetriebnahme stark nachgefragt wird“, sowie die Einführung der neuen Regio-Buslinie 54 von Kandern nach Lörrach-Brombach mit dortigem Anschluss an die Regio-S-Bahn.

Weiterhin freute sich der Vorsitzende über die „sehr gelungene“ und gut besuchte Podiumsdiskussion „Mobilität im Dreiland“, zu der der Verein im Oktober nach Lörrach eingeladen hatte. Bereits zuvor diskutierte der Fahrgastverband mit interessierten Bürgern über das Thema „Nahverkehr im ländlichen Raum“ in Tegernau und nahm dort auch am Naturparkmarkt mit einem Infostand teil. „Es ist für mich eminent wichtig, dass wir auch weitab vom nächsten Bahnhof Präsenz zeigen, denn Nahverkehr findet auch ohne Schienen statt“, hob Argast dabei hervor.

Weitere Aktivitäten des Vereins waren unter anderem die Fortsetzung der nach wie vor gefragten Fahrkartenautomatenkurse am Bahnhof Zell, die Kontaktpflege mit befreundeten Initiativen oder auch die Fortsetzung des „Tour de Bähnle“- Angebots mit neun Fahrten zu verschiedenen Zielen in Baden-Württemberg, Österreich und Rheinland-Pfalz.

 

Ausblick:

Mit Blick auf die jüngst bekannt gewordenen Aussagen einer „Überversorgung“ im Nahverkehr im Wiesental kündigte der Vorsitzende des Weiteren für die kommenden Monate ein „intensives Nahverkehrsjahr“ an. Ein Punkt, auf den dabei verstärkt hingearbeitet werden solle, sei die Schließung der abendlichen Taktlücke auf der S6 zum Ein-Stunden-Takt von Basel nach Zell, so Argast.

Darüber hinaus wies er auf eine weitere Verbesserung hin, die ab Mai auf der Buslinie nach Titisee eintreten wird: Die durchgehenden Busse werden dann alle mit Fahrradständern ausgestattet, wodurch ab Mai täglich bis zu fünf Fahrräder pro Stunde transportiert werden können. Daran anknüpfend werde der Verein außerdem die Fortschreibung des Nahverkehrsplans weiter forcieren: „Gerade ein attraktiver Busfahrplan ist äußerst wichtig für ein Gesamtkonzept im ÖPNV.“

Weitere Themen, die im Blick behalten werden sollen, sind die Entwicklungen im Kandertal (S-Bahn), der Autoreisezug, der Schienengüterverkehr sowie die Umgestaltung des Bahnhofs Zell.

Ebenso werden die Fahrkartenautomatenkurse ab März wieder aufgenommen. „Tour de Bähnle“-Fahrten führen in diesem Jahr unter anderem nach Friedrichshafen, Überlingen oder Bad Waldsee sowie im September vier Tage ans Südportal des Brennerbasistunnels in Südtirol.

 

Wahlen:

Zum ersten Vorsitzenden wurde auf zwei Jahre Karl Argast sowie zum zweiten Vorsitzenden auf ein Jahr Jost F. Noller gewählt. Schriftführerin bleibt für ein weiteres Jahr Silvia Waßmer, die Kasse übernehmen für zwei Jahre Daniel König und Brigitte Spitz. Zu Beisitzern wurden einstimmig Nadja Eichin, Dietmar Maldacker, Klaus Strittmatter und Maximilian Noller bestimmt.