Geschichte

Nachdem zu Beginn der 1980er Jahre eine Stilllegung der Wiesentalbahn erneut diskutiert worden war (bereits Mitte der 1970er Jahren war dies schon im Gespräch gewesen), gründeten engagierte Bürger/innen im April 1984 im Hotel "Löwen" in Zell i. W. die Bürgerinitiative "Pro Schiene". Sie sollte sowohl dem Bahnhof Zell, nachdem bereits zuvor verschiedene Bahnhöfe stillgelegt worden waren, als auch der Wiesentalstrecke einen starken Rückhalt und so eine Lobby geben. 

In den darauffolgenden Jahren setzte sich Pro Schiene für den Erhalt der Gleisanlagen, die durch die Bundesbahn immer mehr abgebaut wurden ein und konnte zusammen mit Mitarbeitern des Rangierdienstes den geplanten Abbau von bis zu sechs Weichen im Bahnhof Zell auf zwei reduzieren. 1990 warnte Pro Schiene Mitglied Heiner A.Baur: "Was weg ist, kommt schwerlich wieder."

Im selben Jahr verteilte Pro Schiene den Flyer "Ohne Streß mit der Bahn in die Ferien" und warb für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.

Anfang der 1990er Jahre gab es Überlegungen Pro Schiene ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Man nahm davon aber wieder Abstand, da man nicht in die "Vereinsschublade" gesteckt werden wollte. 

Die Einstellung des Reisegepäckverkehrs auf der Schiene war bundesweit erfolgt und konnte daher von Pro Schiene nicht mehr aufgehalten werden. Die gleiche Problematik zeigte sich 1993 bei der Einstellung des Expressgutverkehrs. 

Das 1992 von Pro Schiene zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung erstmals ins Leben gerufene überregionale "Regio-Bahnforum" brachte Vertreter der Deutschen Bundesbahn, der Regio Basilensis und weiterer Gruppierungen an einen gemeinsamen Tisch.

Die Umwandlung der Deutschen Bahn in eine AG 1994 erschwerte für Pro Schiene weitere Erfolge im Bereich der überregionalen Zuständigkeit. 

Mitte der 90er Jahre regte Pro Schiene ein Schüler-Ferienticket nach bayrischem Vorbild an.

Nachdem der Zeller Bahnhof 1995 ziemlich heruntergekommen war, beschlossen Zeller Bürger zusammen mit Pro Schiene und verschiedenen Schulen im Wiesental, den Bahnhof selbst zu renovieren. Die Aktion erregte einiges Aufsehen – zumal die Akteure den Bahnhof in Christo-Manier verhüllt hatten.

 

Anlässlich des Aktionstages "Mobiles Schopfheim" 1996 veranstalteten die Akteure von Pro Schiene, die mit einem Stand bei der Veranstaltung vertreten waren, einen Malwettbewerb für Kinder.  Im selben Jahr protestierte die Initiative gegen den Gleisabbau in Hausen mit einer entsprechenden Resolution an den Landkreis.                                           

Zu Weihnachten 1996 wurden 3000 von Pro Schiene gesammelte Unterschriften zum Erhalt der Bahnhöfe in den Landkreisen Lörrach  und Waldshut an die SPD-Bundestagsabgeordnete Marion Caspers-Merk übergeben.

1999 ehrte die Zeller Fasnacht Pro Schiene und besonders Karl Argast mit einem Motivwagen.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurden nach und nach die kleineren Bahnhöfe im Wiesental geschlossen, was Pro Schiene schon 2000 befürchtet hatte.

2001 warnte Pro Schiene vor den Konsequenzen des Abbaus des 2. Gleises in Maulburg und Stetten.

2002 erfolgte die Einstellung des Güterverkehrs auf der Wiesentalbahn bis Lörrach. Bis heute setzt sich Pro Schiene für eine stärkere Nutzung des letzten verbliebenen Güterbahnhofs im Wiesental ein. 

Mit Einführu