„Nahverkehr findet auch ohne Schienen statt“ – Bericht zur Jahreshauptversammlung

Als „relativ ruhig“, aber dennoch „von einigen Aktivitäten geprägt“ und zwischenzeitlich „sogar richtig arbeitsintensiv“ rekapitulierte Vorsitzender Karl Argast das vergangene Vereinsjahr des Fahrgastverbands Pro Schiene Dreiland bei dessen Jahreshauptversammlung am Freitag in Zell im Wiesental.

 

Rückblick:

Insbesondere die Fortschreibung des Nahverkehrsplans im Landkreis Lörrach habe den Verein dabei „nahezu das ganze Jahr“ beschäftigt, erklärte der Vorsitzende weiter und gab anschließend einen kurzen Überblick über wichtige Verbesserungen im Nahverkehr zum Fahrplanwechsel: So gebe es nun etwa vier statt bisher drei Busverbindungen an Werktagen zwischen Tegernau und Schönau. Von Zell nach Todtnau fährt jetzt auch von Freitag auf Samstag ein Bus um 0.35 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen – und damit nun täglich – einer um 22.35 Uhr. Ebenso hob Argast die Eröffnung des neuen Haltepunkts „Schopfheim-Schlattholz“ hervor, der bereits „kurz nach Inbetriebnahme stark nachgefragt wird“, sowie die Einführung der neuen Regio-Buslinie 54 von Kandern nach Lörrach-Brombach mit dortigem Anschluss an die Regio-S-Bahn.

Weiterhin freute sich der Vorsitzende über die „sehr gelungene“ und gut besuchte Podiumsdiskussion „Mobilität im Dreiland“, zu der der Verein im Oktober nach Lörrach eingeladen hatte. Bereits zuvor diskutierte der Fahrgastverband mit interessierten Bürgern über das Thema „Nahverkehr im ländlichen Raum“ in Tegernau und nahm dort auch am Naturparkmarkt mit einem Infostand teil. „Es ist für mich eminent wichtig, dass wir auch weitab vom nächsten Bahnhof Präsenz zeigen, denn Nahverkehr findet auch ohne Schienen statt“, hob Argast dabei hervor.

Weitere Aktivitäten des Vereins waren unter anderem die Fortsetzung der nach wie vor gefragten Fahrkartenautomatenkurse am Bahnhof Zell, die Kontaktpflege mit befreundeten Initiativen oder auch die Fortsetzung des „Tour de Bähnle“- Angebots mit neun Fahrten zu verschiedenen Zielen in Baden-Württemberg, Österreich und Rheinland-Pfalz.

 

Ausblick:

Mit Blick auf die jüngst bekannt gewordenen Aussagen einer „Überversorgung“ im Nahverkehr im Wiesental kündigte der Vorsitzende des Weiteren für die kommenden Monate ein „intensives Nahverkehrsjahr“ an. Ein Punkt, auf den dabei verstärkt hingearbeitet werden solle, sei die Schließung der abendlichen Taktlücke auf der S6 zum Ein-Stunden-Takt von Basel nach Zell, so Argast.

Darüber hinaus wies er auf eine weitere Verbesserung hin, die ab Mai auf der Buslinie nach Titisee eintreten wird: Die durchgehenden Busse werden dann alle mit Fahrradständern ausgestattet, wodurch ab Mai täglich bis zu fünf Fahrräder pro Stunde transportiert werden können. Daran anknüpfend werde der Verein außerdem die Fortschreibung des Nahverkehrsplans weiter forcieren: „Gerade ein attraktiver Busfahrplan ist äußerst wichtig für ein Gesamtkonzept im ÖPNV.“

Weitere Themen, die im Blick behalten werden sollen, sind die Entwicklungen im Kandertal (S-Bahn), der Autoreisezug, der Schienengüterverkehr sowie die Umgestaltung des Bahnhofs Zell.

Ebenso werden die Fahrkartenautomatenkurse ab März wieder aufgenommen. „Tour de Bähnle“-Fahrten führen in diesem Jahr unter anderem nach Friedrichshafen, Überlingen oder Bad Waldsee sowie im September vier Tage ans Südportal des Brennerbasistunnels in Südtirol.

 

Wahlen:

Zum ersten Vorsitzenden wurde auf zwei Jahre Karl Argast sowie zum zweiten Vorsitzenden auf ein Jahr Jost F. Noller gewählt. Schriftführerin bleibt für ein weiteres Jahr Silvia Waßmer, die Kasse übernehmen für zwei Jahre Daniel König und Brigitte Spitz. Zu Beisitzern wurden einstimmig Nadja Eichin, Dietmar Maldacker, Klaus Strittmatter und Maximilian Noller bestimmt.

 

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