Presseerklärung: Keine Parkplatz-Odyssee in Schopfheim-West

Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland kritisiert Parkregelung auf neuer Park&Ride-Anlage

Zum Bahnhof mit dem Auto fahren, dort kostenlos parken und bequem auf den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen: Das ist die Idee des „Park&Ride“-Konzepts, für dessen Ausbau sich der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland schon seit Jahren einsetzt. Deshalb begrüßt der Verein um Vorsitzenden Karl Argast auch die Eröffnung des neuen Park&Ride-Parkplatzes am Bahnhaltepunkt Schopfheim-West sehr. „Es wurde höchste Zeit, dass der gut gelegene Haltepunkt in Gündenhausen auch entsprechende Parkplätze bekam“, hebt Argast – gerade auch mit Blick auf die Pendler aus dem Kleinen Wiesental – hervor.

Wenig Verständnis zeigt der Verein allerdings für die komplizierte Parkregelung, mit der die Stadt Schopfheim spontanen Auto- oder motorisierten Zweiradfahrern den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr nahezu unmöglich macht. „Die von der Stadt durchgesetzte Regelung mit Parkkarten sehen wir schon in der Innenstadt kritisch, in Schopfheim-West jedoch ist sie ein totaler Blödsinn“, sagt Argast. Sei sie doch nicht nur umständlich, sondern auch wenig benutzerfreundlich: „Eine spontane Bahnfahrt ist so eigentlich nicht möglich – es sei denn die umsteigewilligen Bürger nutzen die Park&Ride-Angebote in den Nachbargemeinden Maulburg, Steinen oder Hausen-Raitbach.“ Allerdings könne dies ja nicht das Ziel sein, betonen der Vorsitzende und seine Mitstreiter.

Weiterhin legen sie dar, dass das Problem der Schopfheimer Regelung eigentlich schon mit den eingeschränkten Öffnungszeiten des Stadtbüros beginne. Dadurch müsse ein umsteigewilliger Bürger seine Fahrt quasi schon mehrere Stunden und vor allem am Wochenende auch mehrere Tage im Voraus planen.

Um dieses Problem zu lösen, sieht der Fahrgastverband vor allem zwei mögliche Ansätze: Eine davon ist die bereits ins Gespräch gebrachte Möglichkeit, Parkkarten auch per Internet zu lösen und daheim auszudrucken. Favorisiert wird vom Verein aber – gerade auch für Spontanfahrer – ein anderer Weg: „Wir sehen als beste Lösung einen Parkscheinautomat“, legt der Vorsitzende die Überlegungen des Vereins dar. Dieser könne dann zum Beispiel Parkkarten, die auf 24-Stunden begrenzt sind, kostenlos ausgeben. Außerdem sollte er so ausgerüstet sein, dass er auch Parkgenehmigungen für Pendler mit Monats- oder Jahreskarte sowie für Reisende mit einen Fahrschein über mehrere Tage ausstellen kann. Damit wären sowohl Pendler als auch Spontanfahrer mit Einzelfahrschein, Punktekarte oder 24-Stunden-Ticket abgedeckt und könnten den neuen, großzügig angelegten Park&Ride-Parkplatz optimal nutzen.

Mit der bisherigen Regelung hingegen, so ist sich die Vorstandschaft sicher, werde den Bürgern – vor allem auch denen aus dem kleinen Wiesental – der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr eher vergällt. „Spontanes Reisen wird in Schopfheim zur Odyssee, die wahrscheinlich nur die Wenigsten auf sich nehmen werden. Stattdessen fahren sie vermutlich gleich mit ihrem PKW zum Ziel oder nutzen, wie bisher auch, die unbürokratischen Park&Ride-Anlagen in Maulburg, Steinen oder Hausen-Raitbach“, nennt Argast das Problem mit der Parkkarte in Schopfheim-West beim Namen. Mit einem Augenzwinkern fügt er an: „Diesbezüglich wiehert nicht nur ein Amtsschimmel im Rathaus, sondern eine ganze Herde.“

Im Sinne einer nachhaltigen Verkehrspolitik und umsteigewilliger Bürger hofft der Verein auf Einsicht in der Schopfheimer Amtsstube und eine baldige, nutzerfreundlichere Regelung auf der Anlange in Gündenhausen. Schließlich möchte niemand, dass der schön gestaltete Parkplatz zu einer kaum genutzten Stellflächen-Ruine verkommt.

Hintergrundinformation: Parkkarten für neue P&R-Anlage gibt’s nur im Stadtbüro (BZ, 16.11.2017)

 

 

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