Pro Schiene richtet Blick nach Hamburg

Im Rahmen der europaweiten Aktionswoche zur Förderung der Nacht- und Autozüge machte der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland kürzlich am Verladeterminal in Lörrach mit einer Flyeraktion auf eine besorgniserregende Entwicklung in Hamburg aufmerksam.

 

Nach Plänen der Deutschen Bahn und der Stadt Hamburg sollen der Fernbahnhof Hamburg-Altona abgerissen und dafür in einigen Kilometern Entfernung neben der bestehenden S-Bahn-Haltestelle „Diebsteich“ drei Fernbahnsteige angelegt werden.

Das große Problem dabei: „Eine Verlademöglichkeit für Autos und Motorräder ist in Diebsteich bisher nicht vorgesehen“, erklärt Pro Schiene-Vorsitzender Karl Argast.

Zwar habe die Bahn auf Initiative diverser Bürgerinitiativen und den Betreibern der Autoreisezüge eine „Machbarkeitsstudie“ für ein Verladeterminal in „Diebsteich“ in Auftrag gegeben, gebaut sei dieses dadurch aber noch lange nicht, betont der Pro Schiene-Vorsitzende. Und auch andere Alternativen blieben Dank des systematischen Rückbaus der Autozuganlagen in den vergangenen Jahrzehnten durch die Deutsche Bahn rar gesät: „In Hamburg und Umgebung gibt es weit und breit kein einziges Verladeterminal mehr.“ Deshalb befürchtet der Verein, dass mit einer Schließung des Bahnhofs Hamburg-Altona auch der Autoreisezug nach Lörrach gefährdet sein könnte.

Mit der Aktion unterstützte Pro Schiene zudem befreundete Initiativen in Hamburg, die im Internet eine Petition zum Erhalt des Bahnhofs gestartet haben.

Pro Schiene-Vorsitzender Karl Argast (2. v. l.) und sein Stellvertreter Jost F. Noller (l.) verteilten Infoflyer an interessierte Reisende.

 

Weiterführende Links zum Thema:

Petition: Kein Stuttgart 21 in Hamburg-Altona

Homepage der Initiative "Prellbock Altona"

Homepage der Initiative "Nachtzug bleibt"

Homepage der Initiative "Autoreisezüge haben Zukunft"

 

„Nahverkehr findet auch ohne Schienen statt“ – Bericht zur Jahreshauptversammlung

Als „relativ ruhig“, aber dennoch „von einigen Aktivitäten geprägt“ und zwischenzeitlich „sogar richtig arbeitsintensiv“ rekapitulierte Vorsitzender Karl Argast das vergangene Vereinsjahr des Fahrgastverbands Pro Schiene Dreiland bei dessen Jahreshauptversammlung am Freitag in Zell im Wiesental.

 

Rückblick:

Insbesondere die Fortschreibung des Nahverkehrsplans im Landkreis Lörrach habe den Verein dabei „nahezu das ganze Jahr“ beschäftigt, erklärte der Vorsitzende weiter und gab anschließend einen kurzen Überblick über wichtige Verbesserungen im Nahverkehr zum Fahrplanwechsel: So gebe es nun etwa vier statt bisher drei Busverbindungen an Werktagen zwischen Tegernau und Schönau. Von Zell nach Todtnau fährt jetzt auch von Freitag auf Samstag ein Bus um 0.35 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen – und damit nun täglich – einer um 22.35 Uhr. Ebenso hob Argast die Eröffnung des neuen Haltepunkts „Schopfheim-Schlattholz“ hervor, der bereits „kurz nach Inbetriebnahme stark nachgefragt wird“, sowie die Einführung der neuen Regio-Buslinie 54 von Kandern nach Lörrach-Brombach mit dortigem Anschluss an die Regio-S-Bahn.

Weiterhin freute sich der Vorsitzende über die „sehr gelungene“ und gut besuchte Podiumsdiskussion „Mobilität im Dreiland“, zu der der Verein im Oktober nach Lörrach eingeladen hatte. Bereits zuvor diskutierte der Fahrgastverband mit interessierten Bürgern über das Thema „Nahverkehr im ländlichen Raum“ in Tegernau und nahm dort auch am Naturparkmarkt mit einem Infostand teil. „Es ist für mich eminent wichtig, dass wir auch weitab vom nächsten Bahnhof Präsenz zeigen, denn Nahverkehr findet auch ohne Schienen statt“, hob Argast dabei hervor.

Weitere Aktivitäten des Vereins waren unter anderem die Fortsetzung der nach wie vor gefragten Fahrkartenautomatenkurse am Bahnhof Zell, die Kontaktpflege mit befreundeten Initiativen oder auch die Fortsetzung des „Tour de Bähnle“- Angebots mit neun Fahrten zu verschiedenen Zielen in Baden-Württemberg, Österreich und Rheinland-Pfalz.

 

Ausblick:

Mit Blick auf die jüngst bekannt gewordenen Aussagen einer „Überversorgung“ im Nahverkehr im Wiesental kündigte der Vorsitzende des Weiteren für die kommenden Monate ein „intensives Nahverkehrsjahr“ an. Ein Punkt, auf den dabei verstärkt hingearbeitet werden solle, sei die Schließung der abendlichen Taktlücke auf der S6 zum Ein-Stunden-Takt von Basel nach Zell, so Argast.

Darüber hinaus wies er auf eine weitere Verbesserung hin, die ab Mai auf der Buslinie nach Titisee eintreten wird: Die durchgehenden Busse werden dann alle mit Fahrradständern ausgestattet, wodurch ab Mai täglich bis zu fünf Fahrräder pro Stunde transportiert werden können. Daran anknüpfend werde der Verein außerdem die Fortschreibung des Nahverkehrsplans weiter forcieren: „Gerade ein attraktiver Busfahrplan ist äußerst wichtig für ein Gesamtkonzept im ÖPNV.“

Weitere Themen, die im Blick behalten werden sollen, sind die Entwicklungen im Kandertal (S-Bahn), der Autoreisezug, der Schienengüterverkehr sowie die Umgestaltung des Bahnhofs Zell.

Ebenso werden die Fahrkartenautomatenkurse ab März wieder aufgenommen. „Tour de Bähnle“-Fahrten führen in diesem Jahr unter anderem nach Friedrichshafen, Überlingen oder Bad Waldsee sowie im September vier Tage ans Südportal des Brennerbasistunnels in Südtirol.

 

Wahlen:

Zum ersten Vorsitzenden wurde auf zwei Jahre Karl Argast sowie zum zweiten Vorsitzenden auf ein Jahr Jost F. Noller gewählt. Schriftführerin bleibt für ein weiteres Jahr Silvia Waßmer, die Kasse übernehmen für zwei Jahre Daniel König und Brigitte Spitz. Zu Beisitzern wurden einstimmig Nadja Eichin, Dietmar Maldacker, Klaus Strittmatter und Maximilian Noller bestimmt.

 

Presseerklärung: Keine Parkplatz-Odyssee in Schopfheim-West

Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland kritisiert Parkregelung auf neuer Park&Ride-Anlage

Zum Bahnhof mit dem Auto fahren, dort kostenlos parken und bequem auf den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen: Das ist die Idee des „Park&Ride“-Konzepts, für dessen Ausbau sich der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland schon seit Jahren einsetzt. Deshalb begrüßt der Verein um Vorsitzenden Karl Argast auch die Eröffnung des neuen Park&Ride-Parkplatzes am Bahnhaltepunkt Schopfheim-West sehr. „Es wurde höchste Zeit, dass der gut gelegene Haltepunkt in Gündenhausen auch entsprechende Parkplätze bekam“, hebt Argast – gerade auch mit Blick auf die Pendler aus dem Kleinen Wiesental – hervor.

Wenig Verständnis zeigt der Verein allerdings für die komplizierte Parkregelung, mit der die Stadt Schopfheim spontanen Auto- oder motorisierten Zweiradfahrern den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr nahezu unmöglich macht. „Die von der Stadt durchgesetzte Regelung mit Parkkarten sehen wir schon in der Innenstadt kritisch, in Schopfheim-West jedoch ist sie ein totaler Blödsinn“, sagt Argast. Sei sie doch nicht nur umständlich, sondern auch wenig benutzerfreundlich: „Eine spontane Bahnfahrt ist so eigentlich nicht möglich – es sei denn die umsteigewilligen Bürger nutzen die Park&Ride-Angebote in den Nachbargemeinden Maulburg, Steinen oder Hausen-Raitbach.“ Allerdings könne dies ja nicht das Ziel sein, betonen der Vorsitzende und seine Mitstreiter.

Weiterhin legen sie dar, dass das Problem der Schopfheimer Regelung eigentlich schon mit den eingeschränkten Öffnungszeiten des Stadtbüros beginne. Dadurch müsse ein umsteigewilliger Bürger seine Fahrt quasi schon mehrere Stunden und vor allem am Wochenende auch mehrere Tage im Voraus planen.

Um dieses Problem zu lösen, sieht der Fahrgastverband vor allem zwei mögliche Ansätze: Eine davon ist die bereits ins Gespräch gebrachte Möglichkeit, Parkkarten auch per Internet zu lösen und daheim auszudrucken. Favorisiert wird vom Verein aber – gerade auch für Spontanfahrer – ein anderer Weg: „Wir sehen als beste Lösung einen Parkscheinautomat“, legt der Vorsitzende die Überlegungen des Vereins dar. Dieser könne dann zum Beispiel Parkkarten, die auf 24-Stunden begrenzt sind, kostenlos ausgeben. Außerdem sollte er so ausgerüstet sein, dass er auch Parkgenehmigungen für Pendler mit Monats- oder Jahreskarte sowie für Reisende mit einen Fahrschein über mehrere Tage ausstellen kann. Damit wären sowohl Pendler als auch Spontanfahrer mit Einzelfahrschein, Punktekarte oder 24-Stunden-Ticket abgedeckt und könnten den neuen, großzügig angelegten Park&Ride-Parkplatz optimal nutzen.

Mit der bisherigen Regelung hingegen, so ist sich die Vorstandschaft sicher, werde den Bürgern – vor allem auch denen aus dem kleinen Wiesental – der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr eher vergällt. „Spontanes Reisen wird in Schopfheim zur Odyssee, die wahrscheinlich nur die Wenigsten auf sich nehmen werden. Stattdessen fahren sie vermutlich gleich mit ihrem PKW zum Ziel oder nutzen, wie bisher auch, die unbürokratischen Park&Ride-Anlagen in Maulburg, Steinen oder Hausen-Raitbach“, nennt Argast das Problem mit der Parkkarte in Schopfheim-West beim Namen. Mit einem Augenzwinkern fügt er an: „Diesbezüglich wiehert nicht nur ein Amtsschimmel im Rathaus, sondern eine ganze Herde.“

Im Sinne einer nachhaltigen Verkehrspolitik und umsteigewilliger Bürger hofft der Verein auf Einsicht in der Schopfheimer Amtsstube und eine baldige, nutzerfreundlichere Regelung auf der Anlange in Gündenhausen. Schließlich möchte niemand, dass der schön gestaltete Parkplatz zu einer kaum genutzten Stellflächen-Ruine verkommt.

Hintergrundinformation: Parkkarten für neue P&R-Anlage gibt’s nur im Stadtbüro (BZ, 16.11.2017)

 

 

Tour de Bähnle nach Friedrichshafen um eine Woche verschoben

Auf Grund von Schienenersatzverkehr verschiebt der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland seine auf den 18. November geplante Fahrt ins Zeppelinmuseum nach Friedrichshafen um eine Woche. Neuer Termin ist Samstag, der 25. November. Abfahrtszeit bleibt 7.35 Uhr ab Zell im Wiesental, der Zustieg unterwegs ist möglich. Die Kosten für Fahrt, Eintritt und Führung betragen 35 Euro.

Anmeldung bis spätestens Donnerstag, 23. November, bei Brigitte Spitz, Tel. 07625/98356, Karl Argast, Tel. 07625/98190 oder unter info@ig-proschiene.de

Presseerklärung: Pro Schiene begrüßt baldigen Baubeginn des Haltepunkts Schlattholz

Was lange währt, wird endlich gut“, freut sich Pro Schiene Vorsitzender Karl Argast angesichts der erfreulichen Nachricht eines baldigen Baubeginns des Haltepunkts Schlattholz. Ist der Wunsch nach einem weiteren Haltepunkt zwischen Schopfheim und Fahrnau doch bereits über zehn Jahre alt. „Von der ersten Idee bis heute ist beim Schlattholz ein komplett neues Wohngebiet entstanden“, hebt Argast dabei hervor. Und gerade für dieses sei eine Anbindung an die Regio S-Bahn wichtig, um noch mehr Bewohnern den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu erleichtern.

 

Trotz aller Freude, äußert der Fahrgastverband jedoch auch kritische Töne. Vor allem die gestiegenen Kosten seien durchaus vermeidbar gewesen, hebt Argast hervor und erklärt: „Hätten sich die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt schon früher ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt, hätte der Haltepunkt schon vor Jahren zu der ursprünglichen Kostenberechnung gebaut werden können.“

 

An einer fehlenden Entschlossenheit der Stadt Schopfheim habe es jedenfalls nicht gelegen, betont der Verein. Habe die Stadt doch immer wieder bei der Bahn hinsichtlich der aktuellen Entwicklung nachgehakt. Umso erfreulicher sieht Pro Schiene deshalb die nun von der Bahn erfolgte Veröffentlichung eines konkreten Zeitplans und hofft, dass am 4. Juli dann auch tatsächlich mit den Bauarbeiten begonnen wird.

 

Presseerklärung: Zwei Gleise fürs Zentralklinikum

Pro Schiene thematisiert Probleme und Voraussetzungen für eine Anbindung an die Wiesentalbahn

Das neue Zentralklinikum ist derzeit im Landkreis Lörrach in aller Munde. Neben finanziellen und umweltpolitischen Aspekten spielt bei einer Realisierung auch die Verkehrsanbindung eine wichtige Rolle. Besonders zu den beiden Standorten im Wiesental möchte der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland jedoch auf folgende Probleme und Voraussetzungen aufmerksam machen: Ein zweigleisiger Ausbau der Wiesentalbahn wäre zwar eine schöne Sache, doch offiziell ist dieser weder im Moment noch in naher oder ferner Zukunft angedacht. Deshalb wird auch die Umsetzung eines neuen Haltepunkts im Lörracher Entenbad auf absehbare Zeit nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Neben der Kostenfrage ist es vor allem hinsichtlich des Fahrplans schwierig, einen weiteren Haltepunkt auf diesem Streckenabschnitt unterzubringen. Dies liegt besonders daran, dass es auf der größtenteils eingleisigen Strecke zu wenig Ausweichmöglichkeiten gibt – wurden doch vor Jahren die zweiten Gleise in Maulburg und Stetten, die die Situation entspannt hätten, entfernt.

Aktuell ist es jedoch so, dass die S5 von Weil nach Steinen und die S6 von Basel nach Zell gerade so aneinander vorbei kommen. „Jeder weitere Halt zwischen Lörrach und Schopfheim sprengt das ausgeklügelte Taktgefüge“, sagt Vorsitzender Karl Argast.

Deshalb müsste ein neuer Haltepunkt „Entenbad“ auf jeden Fall zweigleisig (mit zwei Bahnsteigen) bis Steinen – besser jedoch noch bis Schopfheim – gebaut werden. Bei einem Zentralklinikum in Gündenhausen wären beim Haltepunkt „Schopfheim West“ ebenfalls ein zweites Gleis und ein zweiter Bahnsteig für einen 15-Minutentakt notwendig. „Hier muss ein zweigleisiger Ausbau zumindest zwischen Maulburg und Schopfheim erfolgen, um diesen Takt bis Schopfheim zu gewährleisten“, betont Argast.

Die Lörracher Idee eines Bus-Shuttles vom Bahnhof „Brombach/ Hauingen“ zum Zentralklinikum im Entenbad sieht der Fahrgastverband hingegen kritisch. „Ich glaube kaum, dass Leute, die gesundheitlich angeschlagen sind, große Lust haben, noch auf einen Bus umzusteigen“, sagt Beisitzerin Brigitte Spitz. Und Schriftführerin Silvia Waßmer ergänzt: „Selbst bei einer optimalen, direkten Bahnanbindung des neuen Klinikums stellt sich letztlich die Frage, ob Bürger wirklich zugunsten des ÖPNV auf eine Anreise mit dem eigenen PKW verzichten.“ Eine Umsteigeverbindung – so sind sich die Vereinsmitglieder einig – sei für dieses Ziel jedenfalls ziemlich unattraktiv.

Pressemitteilung zur Jahreshauptversammlung: “Den Nahverkehr auf der Agenda”

Pro Schiene Dreiland setzt sich auch weiterhin für den Ausbau des ÖPNV-Angebots ein

 

Auf ein „arbeitsreiches und intensives“ Vereinsjahr – so Vorsitzender Karl Argast – blickte der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland bei seiner Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag in der Pizzeria Escopazzo in Zell im Wiesental zurück.

 

Kreis Lörrach/ Zell im Wiesental. Ein Höhepunkt dabei: Die Dreharbeiten zur ZDF-Dokumentation „Zoom“ mit dem Thema „Auf dem Abstellgleis – die Bahn in der Krise“, anlässlich derer ein Kamerateam Ende April nicht nur eine Monatsversammlung des Vereins in Zell besuchte, sondern auch Vorsitzenden Argast beim Autoreisezug in Lörrach interviewte. „Die Arbeit war hervorragend“, lobte Argast die fertige Dokumentation, die am 10. August im ZDF gesendet wurde.

 

Die Vorstandsmitglieder Dietmar Maldacker, Jost Noller, Karl Argast, Brigitte Spitz und Daniel König (v. l.) freuen sich auf anstehende Aufgaben im kommenden Vereinsjahr.

 

Weiterhin organisierte der Verein Anfang des Jahres eine Podiumsdiskussion in Lörrach zum Thema „Güterverkehr in der Fläche“, über deren gute Resonanz sich der Vorsitzende ebenso freute wie über die Nachricht, dass der Gütertarifpunkt Lörrach erhalten bleibe. Gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, dass der Verein an dem Thema dranbleiben müsse. Gelte es doch weiterhin, „den Gütertarifpunkt zu stärken“.

 

Weitere Aktionen umfassten unter anderem die Verabschiedung und Begrüßung des letzten Autoreisezuges der Deutschen Bahn beziehungsweise des ersten Autoreisezuges des neuen Anbieters „BahnTouristikExpress“ (BTE), eine mehrtägige Fahrt zum Brennerbasistunnel oder die Kontaktaufnahme zu anderen Nahverkehrsinitiativen in der Region. Gemeinsam mit Pro Bahn Nordwestschweiz und IG Verkehr Lörrach beschäftigte sich der Fahrgastverband in diesem Zusammenhang außerdem mit der geplanten Verkehrsdrehscheibe in Stetten.

 

Ebenso blieb auch 2016 die Fortschreibung des Nahverkehrsplans ein wichtiges Thema. Hier zeigte sich Argast über die punktuellen Verbesserungen – vor allem hinsichtlich der nächtlichen Busverbindungen im oberen Wiesental und der neuen Linie von Tegernau nach Schönau – erfreut, machte aber zugleich darauf aufmerksam, dass immer noch wichtige Verbindungen wie zum Beispiel die zweite Spätverbindung nach Zell fehlen.

 

Hierfür möchte sich der Fahrgastverband in den kommenden Monaten einsetzten, ebenso wie für Verbindungen über Kreisgrenzen hinweg (zum Beispiel zwischen Müllheim, Kandern und Lörrach) sowie für grenzüberschreitende Tarife. Und auch ein möglicher 15-Minuten-Takt auf der S-Bahn-Linie im Wiesental soll näher erörtert werden. Ebenso will sich der Verein für eine Wiederbelebung des Fahrgastbeirats im Regio-Verkehrsverbund Lörrach einsetzen.

 

In der Versammlung am Freitag beschlossen die Mitglieder darüber hinaus einstimmig, in naher Zukunft eine Versicherung für den Verein abzuschließen.

 

Der Text zum Download: JHV Pro Schiene Dreiland

 

Presseerklärung: Das geplante Zentralklinikum und seine Anbindung an den ÖPNV

Derzeit gibt es drei Vorschläge für den Standort des geplanten neuen Zentralklinikums des Kreises: In Schopfheim-Gündenhausen, Lörrach-Entenbad und Rheinfelden-Herten. Die Standorte Entenbad in Lörrach und Gündenhausen in Schopfheim liegen dabei nahe der B 317 und an der S-Bahnlinie im Wiesental. Dazu gibt der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland folgendes zu bedenken:

Der Standort Schopfheim hätte für die Wiesentalbahn keinerlei negative Folgen, da es bereits in unmittelbarer Nähe des vorgesehenen Geländes den Haltepunkt Schopfheim-West gibt. Anders sieht es allerdings beim Standort Entenbad in Lörrach aus: Dort fährt zwar auch die Wiesentalbahn vorbei, jedoch existiert bislang noch kein Haltepunkt. Zwar wäre technisch der Bau einer Bahnstation kein Problem, doch würden sich schwerwiegende Probleme für den Fahrplan mit Taktverkehr ergeben. Die an beiden Standorten vorbeiführende Wiesentalbahn ist nämlich zwischen dem Bahnhof Haagen und dem Bahnhof Schopfheim nur eingleisig befahrbar. Eine Kreuzung in Steinen ist nicht möglich, da das zweite Gleis dort durch die S 5 (Weil – Steinen) belegt ist. Seit Abbau des zweiten Gleises im Bahnhof Maulburg besteht für die S6 keine Kreuzungsmöglichkeit zwischen den Bahnhöfen Haagen und Schopfheim mehr. Jedoch kann die Fahrtzeit zwischen den beiden Punkten nicht mehr verlängert werden, da sonst der halbstündige Taktverkehr nicht mehr aufrecht zu erhalten wäre. Schon heute können die schnellen Flirt-Züge in Spitzenzeiten den Fahrplan oft nicht mehr einhalten. Die Züge aus Lörrach haben bereits jetzt im Berufsverkehr oft eine Verspätung von einigen Minuten, wenn sie in Schopfheim ankommen. Da es keine andere Kreuzungsmöglichkeit gibt, muss dann der Gegenzug aus Zell in Richtung Basel im Bahnhof Schopfheim warten und handelt sich somit selbst noch eine Verspätung ein.

Sollte jetzt eine weitere Station am Entenbad gebaut werden, wäre der Takt auf der S6 nicht mehr einzuhalten, da die Verspätungen dann nicht mehr kompensiert werden könnten. Doch auch bei der S 5 würde ein ähnliches Ungemach drohen. Kreuzt diese Linie doch tagsüber im Bahnhof Steinen mit den Zügen der S 6. Bei einem zusätzlichen Haltepunkt im Entenbad könnte auch sie es nicht mehr immer rechtzeitig zur Kreuzung mit der S6 nach Steinen schaffen. Deshalb müsste der neue Haltepunkt doppelspurig gestaltet werden und die Doppelspurigkeit bis zum Bahnhof Steinen, der ja bereits über zwei Gleise verfügt, verlängert werden. Ohne diese beiden doppelspurigen Ausbauten würde das erfolgreiche S-Bahn-Konzept schwer beeinträchtigt werden. Dies kann wohl niemand wollen.

Deshalb ist der Bau einer weiteren Station zwischen Haagen und Schopfheim nur unter der Bedingung vorstellbar, dass die Wiesentalbahn auf den erwähnten Streckenabschnitten (Schopfheim – Maulburg und Steinen – Entenbad) zweigleisig ausgebaut wird, so dass auch dort – ähnlich wie zwischen Lörrach-Hauptbahnhof und Lörrach-Haagen – fliegend gekreuzt werden kann. Sollte der Kreistag nun das neue Klinikum nach Lörrach vergeben, muss der Kreis auch für den teilweise zweigleisigen Ausbau der Wiesentalbahn sorgen. Ansonsten wäre unser schönes S-Bahnsystem nicht mehr das, was es ist. Natürlich wäre ein teilweise zweigleisiger Ausbau der Wiesentalbahn in jedem Fall eine schöne Sache und im Falle eines Viertelstundentakts auf der S6 sowieso unumgänglich, wie auch der Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz festgestellt hat.

Fällt die Wahl des Kreistags auf den Standort Rheinfelden-Herten wäre die Wiesentalbahn natürlich nicht betroffen. Allerdings wird der Bahnhof Herten derzeit nur stündlich angefahren. Sollte das Zentralklinikum also hier gebaut werden, wäre wegen der Erreichbarkeit die Einführung eines Halbstundentakts unumgänglich. Und auch die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke sollte bis zur Fertigstellung des Klinikums durchgeführt sein. Denn nur so könnte nach Auffassung von Pro Schiene Dreiland ein zufrieden stellender Anschluss des Standorts an das Netz der Regio-S-Bahn gewährleistet werden.

Der Text zum Download: das-geplante-zentralklinikum-und-seine-verkehrsanbindungen

 

Presseerklärung zur gemeinsamen Begehung der geplanten Mobilitätsdrehscheibe Zollweg mit Pro Bahn Nordwestschweiz und IG Verkehr Lörrach

Grenzübergreifend und gemeinsam für einen besseren ÖV

Erstmals trafen sich am Samstag, 22. Oktober 2016, die Bürgerinitiativen Pro Bahn Nordwestschweiz, Pro Schiene Dreiland und IG Verkehr Lörrach zu einer gemeinsamen Begehung der im Rahmen der IBA 2020 Basel vorgesehenen Mobilitätsdrehscheibe am „Zollweg“ an der Grenze.

Im Fokus stand die Qualität der angestrebten Verknüpfung von Tram, Bahn und Bus und die Prüfung allfälliger Alternativen. Seitens der drei Organisationen bestehen berechtigte Zweifel an die Zweckmässigkeit eines zusätzlichen S-Bahn-Haltpunktes am Zollweg. Die Verlegung der Mobilitätsdrehscheibe vom Zollweg an den Haltepunkt Lörrach-Stetten ermöglicht eine Verknüpfung mit beiden S-Bahnen S 5 und S6 und bringt der Stadt Lörrach und der grenzüberschreitenden Region einen grösseren Nutzen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die von Ingenieur Hannes Fischer ausgearbeitete alternative Tramtrasse. Sie folgt weitestgehend einem ehemaligen Gütergleis und führt dicht am Stadtzentrum vorbei – ohne die bestehende Bausubstanz groß zu beeinträchtigen oder viel Strassenraum zu beanspruchen. Das Argument einer Konkurrenz zur S-Bahn wird angesichts einer völlig anderen Linienführung gegenstandslos. „Eine Tram ist keine Konkurrenz zur S-Bahn, sondern ergänzt diese sinnvoll“, sind sich die Vertreter aller drei Organisationen einig. Während die S-Bahn eine schnelle Verbindung ins Wiesental darstellt, erschließt die Straßenbahn vor allem die innerstädtischen Bereiche. Im Zusammenspiel würden beide Verkehrsmittel – für die in Lörrach Platz genug vorhanden wäre – die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer ausreichend bedienen. Daher wäre es wünschenswert, wenn bei der Entwicklung von ÖV-Projekten die Frage des allgemeinen, langfristigen Nutzens stets an vorderster Stelle stehen würde.

Pro Schiene Dreiland, IG Verkehr Lörrach und Pro Bahn Nordwestschweiz sind überein gekommen, zukünftig in Fragen grenzübergreifender ÖV-Vorhaben eng miteinander zu kooperieren, um die Chancen einer Realisierung angestrebter und sinnvoller Projekte des öffentlichen Regional- und Nahverkehrs in unserer trinationalen Region innerhalb überschaubarer Zeiträume zu verbessern.

Der Text zum Download: Begehung Riehen – Stetten

Weitere Infos und Bilder außerdem unter: Aktionen

Presseerklärung: Verwunderung über DB-Aussagen

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland zeigt sich verwundert über die jüngsten Aussagen des Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Sven Hantel, zum Autoreisezug in einem Gespräch mit dem Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz, Bürgermeister Michael Wilke und dem Bundestagsabgeordneten Armin Schuster. Nach Informationsstand des Vereins laufen beim Nürnberger Privatbahnunternehmen BahnTouristikExpress (BTE) derzeit die Vorbereitungen für eine termingerechte Übernahme des Angebots ab dem 16. Dezember auf Hochtouren. „Ich habe jetzt schon mehrmals mit Mitarbeitern von BTE telefoniert und für mich ist klar, dass das Unternehmen den Autoreisezug ab Dezember betreiben wird“, sagt Vorsitzender Karl Argast. Er verweist außerdem auf Werbeflyer, die bereits in Lörrach ausliegen, sowie auf die erhältlichen Informationen auf der Internetseite des Unternehmens. Dabei seien auf beiden Medien die geplanten Verkehrstage des BTE-Autoreisezuges für das kommende Jahr bereits einsehbar, hebt Argast hervor. Weiterhin erinnert er an Aussagen von BTE-Geschäftsführer Matthias Wolf in der Presse, in denen dieser betonte: „Dass wir die Verbindung übernehmen, ist sicher.“ Die Nachricht über eine zweiten Interessenten sieht Argast indessen gelassen: „Da warten wir mal ab, was die DB noch aus dem Hut zaubert.“

 

Erfreut zeigt sich der Fahrgastverband darüber hinaus über die guten Nachrichten hinsichtlich der Anbindung der Region an das Nachtzugnetz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Wird es zum Fahrplanwechsel im Dezember doch von Basel aus weiterhin eine nächtliche Verbindung nach Zürich, Berlin und Hamburg geben. „Schon seit Jahrzehnte praktiziert die ÖBB erfolgreich Nacht- und Autozugverkehr und das mit einem kundenfreundlichen Preis-/ Leistungsverhältnis“, zieht Argast den Vergleich mit der Deutschen Bahn. Diese hatte angekündigt im Dezember alle Nachtzüge wegen Unwirtschaftlichkeit endgültig einzustellen. Stattdessen sollen nachts verstärkt IC- und ICE-Züge fahren. Der Pro Schiene Vorsitzende sieht diese Pläne allerdings kritisch: „Es kann nicht das Ziel sein, dass Reisende nachts im hell erleuchteten ICE durch die Gegend brettern und am nächsten Morgen total übermüdet am Ziel ankommen.“

 

Der Text zum Download: PE Autoreise-und-Nachtzug