Presseerklärung: Pro Schiene begrüßt baldigen Baubeginn des Haltepunkts Schlattholz

Was lange währt, wird endlich gut“, freut sich Pro Schiene Vorsitzender Karl Argast angesichts der erfreulichen Nachricht eines baldigen Baubeginns des Haltepunkts Schlattholz. Ist der Wunsch nach einem weiteren Haltepunkt zwischen Schopfheim und Fahrnau doch bereits über zehn Jahre alt. „Von der ersten Idee bis heute ist beim Schlattholz ein komplett neues Wohngebiet entstanden“, hebt Argast dabei hervor. Und gerade für dieses sei eine Anbindung an die Regio S-Bahn wichtig, um noch mehr Bewohnern den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu erleichtern.

 

Trotz aller Freude, äußert der Fahrgastverband jedoch auch kritische Töne. Vor allem die gestiegenen Kosten seien durchaus vermeidbar gewesen, hebt Argast hervor und erklärt: „Hätten sich die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt schon früher ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt, hätte der Haltepunkt schon vor Jahren zu der ursprünglichen Kostenberechnung gebaut werden können.“

 

An einer fehlenden Entschlossenheit der Stadt Schopfheim habe es jedenfalls nicht gelegen, betont der Verein. Habe die Stadt doch immer wieder bei der Bahn hinsichtlich der aktuellen Entwicklung nachgehakt. Umso erfreulicher sieht Pro Schiene deshalb die nun von der Bahn erfolgte Veröffentlichung eines konkreten Zeitplans und hofft, dass am 4. Juli dann auch tatsächlich mit den Bauarbeiten begonnen wird.

 

Presseerklärung: Zwei Gleise fürs Zentralklinikum

Pro Schiene thematisiert Probleme und Voraussetzungen für eine Anbindung an die Wiesentalbahn

Das neue Zentralklinikum ist derzeit im Landkreis Lörrach in aller Munde. Neben finanziellen und umweltpolitischen Aspekten spielt bei einer Realisierung auch die Verkehrsanbindung eine wichtige Rolle. Besonders zu den beiden Standorten im Wiesental möchte der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland jedoch auf folgende Probleme und Voraussetzungen aufmerksam machen: Ein zweigleisiger Ausbau der Wiesentalbahn wäre zwar eine schöne Sache, doch offiziell ist dieser weder im Moment noch in naher oder ferner Zukunft angedacht. Deshalb wird auch die Umsetzung eines neuen Haltepunkts im Lörracher Entenbad auf absehbare Zeit nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Neben der Kostenfrage ist es vor allem hinsichtlich des Fahrplans schwierig, einen weiteren Haltepunkt auf diesem Streckenabschnitt unterzubringen. Dies liegt besonders daran, dass es auf der größtenteils eingleisigen Strecke zu wenig Ausweichmöglichkeiten gibt – wurden doch vor Jahren die zweiten Gleise in Maulburg und Stetten, die die Situation entspannt hätten, entfernt.

Aktuell ist es jedoch so, dass die S5 von Weil nach Steinen und die S6 von Basel nach Zell gerade so aneinander vorbei kommen. „Jeder weitere Halt zwischen Lörrach und Schopfheim sprengt das ausgeklügelte Taktgefüge“, sagt Vorsitzender Karl Argast.

Deshalb müsste ein neuer Haltepunkt „Entenbad“ auf jeden Fall zweigleisig (mit zwei Bahnsteigen) bis Steinen – besser jedoch noch bis Schopfheim – gebaut werden. Bei einem Zentralklinikum in Gündenhausen wären beim Haltepunkt „Schopfheim West“ ebenfalls ein zweites Gleis und ein zweiter Bahnsteig für einen 15-Minutentakt notwendig. „Hier muss ein zweigleisiger Ausbau zumindest zwischen Maulburg und Schopfheim erfolgen, um diesen Takt bis Schopfheim zu gewährleisten“, betont Argast.

Die Lörracher Idee eines Bus-Shuttles vom Bahnhof „Brombach/ Hauingen“ zum Zentralklinikum im Entenbad sieht der Fahrgastverband hingegen kritisch. „Ich glaube kaum, dass Leute, die gesundheitlich angeschlagen sind, große Lust haben, noch auf einen Bus umzusteigen“, sagt Beisitzerin Brigitte Spitz. Und Schriftführerin Silvia Waßmer ergänzt: „Selbst bei einer optimalen, direkten Bahnanbindung des neuen Klinikums stellt sich letztlich die Frage, ob Bürger wirklich zugunsten des ÖPNV auf eine Anreise mit dem eigenen PKW verzichten.“ Eine Umsteigeverbindung – so sind sich die Vereinsmitglieder einig – sei für dieses Ziel jedenfalls ziemlich unattraktiv.

Pressemitteilung zur Jahreshauptversammlung: „Den Nahverkehr auf der Agenda“

Pro Schiene Dreiland setzt sich auch weiterhin für den Ausbau des ÖPNV-Angebots ein

 

Auf ein „arbeitsreiches und intensives“ Vereinsjahr – so Vorsitzender Karl Argast – blickte der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland bei seiner Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag in der Pizzeria Escopazzo in Zell im Wiesental zurück.

 

Kreis Lörrach/ Zell im Wiesental. Ein Höhepunkt dabei: Die Dreharbeiten zur ZDF-Dokumentation „Zoom“ mit dem Thema „Auf dem Abstellgleis – die Bahn in der Krise“, anlässlich derer ein Kamerateam Ende April nicht nur eine Monatsversammlung des Vereins in Zell besuchte, sondern auch Vorsitzenden Argast beim Autoreisezug in Lörrach interviewte. „Die Arbeit war hervorragend“, lobte Argast die fertige Dokumentation, die am 10. August im ZDF gesendet wurde.

 

Die Vorstandsmitglieder Dietmar Maldacker, Jost Noller, Karl Argast, Brigitte Spitz und Daniel König (v. l.) freuen sich auf anstehende Aufgaben im kommenden Vereinsjahr.

 

Weiterhin organisierte der Verein Anfang des Jahres eine Podiumsdiskussion in Lörrach zum Thema „Güterverkehr in der Fläche“, über deren gute Resonanz sich der Vorsitzende ebenso freute wie über die Nachricht, dass der Gütertarifpunkt Lörrach erhalten bleibe. Gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, dass der Verein an dem Thema dranbleiben müsse. Gelte es doch weiterhin, „den Gütertarifpunkt zu stärken“.

 

Weitere Aktionen umfassten unter anderem die Verabschiedung und Begrüßung des letzten Autoreisezuges der Deutschen Bahn beziehungsweise des ersten Autoreisezuges des neuen Anbieters „BahnTouristikExpress“ (BTE), eine mehrtägige Fahrt zum Brennerbasistunnel oder die Kontaktaufnahme zu anderen Nahverkehrsinitiativen in der Region. Gemeinsam mit Pro Bahn Nordwestschweiz und IG Verkehr Lörrach beschäftigte sich der Fahrgastverband in diesem Zusammenhang außerdem mit der geplanten Verkehrsdrehscheibe in Stetten.

 

Ebenso blieb auch 2016 die Fortschreibung des Nahverkehrsplans ein wichtiges Thema. Hier zeigte sich Argast über die punktuellen Verbesserungen – vor allem hinsichtlich der nächtlichen Busverbindungen im oberen Wiesental und der neuen Linie von Tegernau nach Schönau – erfreut, machte aber zugleich darauf aufmerksam, dass immer noch wichtige Verbindungen wie zum Beispiel die zweite Spätverbindung nach Zell fehlen.

 

Hierfür möchte sich der Fahrgastverband in den kommenden Monaten einsetzten, ebenso wie für Verbindungen über Kreisgrenzen hinweg (zum Beispiel zwischen Müllheim, Kandern und Lörrach) sowie für grenzüberschreitende Tarife. Und auch ein möglicher 15-Minuten-Takt auf der S-Bahn-Linie im Wiesental soll näher erörtert werden. Ebenso will sich der Verein für eine Wiederbelebung des Fahrgastbeirats im Regio-Verkehrsverbund Lörrach einsetzen.

 

In der Versammlung am Freitag beschlossen die Mitglieder darüber hinaus einstimmig, in naher Zukunft eine Versicherung für den Verein abzuschließen.

 

Der Text zum Download: JHV Pro Schiene Dreiland

 

Presseerklärung: Das geplante Zentralklinikum und seine Anbindung an den ÖPNV

Derzeit gibt es drei Vorschläge für den Standort des geplanten neuen Zentralklinikums des Kreises: In Schopfheim-Gündenhausen, Lörrach-Entenbad und Rheinfelden-Herten. Die Standorte Entenbad in Lörrach und Gündenhausen in Schopfheim liegen dabei nahe der B 317 und an der S-Bahnlinie im Wiesental. Dazu gibt der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland folgendes zu bedenken:

Der Standort Schopfheim hätte für die Wiesentalbahn keinerlei negative Folgen, da es bereits in unmittelbarer Nähe des vorgesehenen Geländes den Haltepunkt Schopfheim-West gibt. Anders sieht es allerdings beim Standort Entenbad in Lörrach aus: Dort fährt zwar auch die Wiesentalbahn vorbei, jedoch existiert bislang noch kein Haltepunkt. Zwar wäre technisch der Bau einer Bahnstation kein Problem, doch würden sich schwerwiegende Probleme für den Fahrplan mit Taktverkehr ergeben. Die an beiden Standorten vorbeiführende Wiesentalbahn ist nämlich zwischen dem Bahnhof Haagen und dem Bahnhof Schopfheim nur eingleisig befahrbar. Eine Kreuzung in Steinen ist nicht möglich, da das zweite Gleis dort durch die S 5 (Weil – Steinen) belegt ist. Seit Abbau des zweiten Gleises im Bahnhof Maulburg besteht für die S6 keine Kreuzungsmöglichkeit zwischen den Bahnhöfen Haagen und Schopfheim mehr. Jedoch kann die Fahrtzeit zwischen den beiden Punkten nicht mehr verlängert werden, da sonst der halbstündige Taktverkehr nicht mehr aufrecht zu erhalten wäre. Schon heute können die schnellen Flirt-Züge in Spitzenzeiten den Fahrplan oft nicht mehr einhalten. Die Züge aus Lörrach haben bereits jetzt im Berufsverkehr oft eine Verspätung von einigen Minuten, wenn sie in Schopfheim ankommen. Da es keine andere Kreuzungsmöglichkeit gibt, muss dann der Gegenzug aus Zell in Richtung Basel im Bahnhof Schopfheim warten und handelt sich somit selbst noch eine Verspätung ein.

Sollte jetzt eine weitere Station am Entenbad gebaut werden, wäre der Takt auf der S6 nicht mehr einzuhalten, da die Verspätungen dann nicht mehr kompensiert werden könnten. Doch auch bei der S 5 würde ein ähnliches Ungemach drohen. Kreuzt diese Linie doch tagsüber im Bahnhof Steinen mit den Zügen der S 6. Bei einem zusätzlichen Haltepunkt im Entenbad könnte auch sie es nicht mehr immer rechtzeitig zur Kreuzung mit der S6 nach Steinen schaffen. Deshalb müsste der neue Haltepunkt doppelspurig gestaltet werden und die Doppelspurigkeit bis zum Bahnhof Steinen, der ja bereits über zwei Gleise verfügt, verlängert werden. Ohne diese beiden doppelspurigen Ausbauten würde das erfolgreiche S-Bahn-Konzept schwer beeinträchtigt werden. Dies kann wohl niemand wollen.

Deshalb ist der Bau einer weiteren Station zwischen Haagen und Schopfheim nur unter der Bedingung vorstellbar, dass die Wiesentalbahn auf den erwähnten Streckenabschnitten (Schopfheim – Maulburg und Steinen – Entenbad) zweigleisig ausgebaut wird, so dass auch dort – ähnlich wie zwischen Lörrach-Hauptbahnhof und Lörrach-Haagen – fliegend gekreuzt werden kann. Sollte der Kreistag nun das neue Klinikum nach Lörrach vergeben, muss der Kreis auch für den teilweise zweigleisigen Ausbau der Wiesentalbahn sorgen. Ansonsten wäre unser schönes S-Bahnsystem nicht mehr das, was es ist. Natürlich wäre ein teilweise zweigleisiger Ausbau der Wiesentalbahn in jedem Fall eine schöne Sache und im Falle eines Viertelstundentakts auf der S6 sowieso unumgänglich, wie auch der Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz festgestellt hat.

Fällt die Wahl des Kreistags auf den Standort Rheinfelden-Herten wäre die Wiesentalbahn natürlich nicht betroffen. Allerdings wird der Bahnhof Herten derzeit nur stündlich angefahren. Sollte das Zentralklinikum also hier gebaut werden, wäre wegen der Erreichbarkeit die Einführung eines Halbstundentakts unumgänglich. Und auch die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke sollte bis zur Fertigstellung des Klinikums durchgeführt sein. Denn nur so könnte nach Auffassung von Pro Schiene Dreiland ein zufrieden stellender Anschluss des Standorts an das Netz der Regio-S-Bahn gewährleistet werden.

Der Text zum Download: das-geplante-zentralklinikum-und-seine-verkehrsanbindungen

 

Presseerklärung zur gemeinsamen Begehung der geplanten Mobilitätsdrehscheibe Zollweg mit Pro Bahn Nordwestschweiz und IG Verkehr Lörrach

Grenzübergreifend und gemeinsam für einen besseren ÖV

Erstmals trafen sich am Samstag, 22. Oktober 2016, die Bürgerinitiativen Pro Bahn Nordwestschweiz, Pro Schiene Dreiland und IG Verkehr Lörrach zu einer gemeinsamen Begehung der im Rahmen der IBA 2020 Basel vorgesehenen Mobilitätsdrehscheibe am „Zollweg“ an der Grenze.

Im Fokus stand die Qualität der angestrebten Verknüpfung von Tram, Bahn und Bus und die Prüfung allfälliger Alternativen. Seitens der drei Organisationen bestehen berechtigte Zweifel an die Zweckmässigkeit eines zusätzlichen S-Bahn-Haltpunktes am Zollweg. Die Verlegung der Mobilitätsdrehscheibe vom Zollweg an den Haltepunkt Lörrach-Stetten ermöglicht eine Verknüpfung mit beiden S-Bahnen S 5 und S6 und bringt der Stadt Lörrach und der grenzüberschreitenden Region einen grösseren Nutzen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die von Ingenieur Hannes Fischer ausgearbeitete alternative Tramtrasse. Sie folgt weitestgehend einem ehemaligen Gütergleis und führt dicht am Stadtzentrum vorbei – ohne die bestehende Bausubstanz groß zu beeinträchtigen oder viel Strassenraum zu beanspruchen. Das Argument einer Konkurrenz zur S-Bahn wird angesichts einer völlig anderen Linienführung gegenstandslos. „Eine Tram ist keine Konkurrenz zur S-Bahn, sondern ergänzt diese sinnvoll“, sind sich die Vertreter aller drei Organisationen einig. Während die S-Bahn eine schnelle Verbindung ins Wiesental darstellt, erschließt die Straßenbahn vor allem die innerstädtischen Bereiche. Im Zusammenspiel würden beide Verkehrsmittel – für die in Lörrach Platz genug vorhanden wäre – die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer ausreichend bedienen. Daher wäre es wünschenswert, wenn bei der Entwicklung von ÖV-Projekten die Frage des allgemeinen, langfristigen Nutzens stets an vorderster Stelle stehen würde.

Pro Schiene Dreiland, IG Verkehr Lörrach und Pro Bahn Nordwestschweiz sind überein gekommen, zukünftig in Fragen grenzübergreifender ÖV-Vorhaben eng miteinander zu kooperieren, um die Chancen einer Realisierung angestrebter und sinnvoller Projekte des öffentlichen Regional- und Nahverkehrs in unserer trinationalen Region innerhalb überschaubarer Zeiträume zu verbessern.

Der Text zum Download: Begehung Riehen – Stetten

Weitere Infos und Bilder außerdem unter: Aktionen

Presseerklärung: Verwunderung über DB-Aussagen

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland zeigt sich verwundert über die jüngsten Aussagen des Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Sven Hantel, zum Autoreisezug in einem Gespräch mit dem Lörracher Oberbürgermeister Jörg Lutz, Bürgermeister Michael Wilke und dem Bundestagsabgeordneten Armin Schuster. Nach Informationsstand des Vereins laufen beim Nürnberger Privatbahnunternehmen BahnTouristikExpress (BTE) derzeit die Vorbereitungen für eine termingerechte Übernahme des Angebots ab dem 16. Dezember auf Hochtouren. „Ich habe jetzt schon mehrmals mit Mitarbeitern von BTE telefoniert und für mich ist klar, dass das Unternehmen den Autoreisezug ab Dezember betreiben wird“, sagt Vorsitzender Karl Argast. Er verweist außerdem auf Werbeflyer, die bereits in Lörrach ausliegen, sowie auf die erhältlichen Informationen auf der Internetseite des Unternehmens. Dabei seien auf beiden Medien die geplanten Verkehrstage des BTE-Autoreisezuges für das kommende Jahr bereits einsehbar, hebt Argast hervor. Weiterhin erinnert er an Aussagen von BTE-Geschäftsführer Matthias Wolf in der Presse, in denen dieser betonte: „Dass wir die Verbindung übernehmen, ist sicher.“ Die Nachricht über eine zweiten Interessenten sieht Argast indessen gelassen: „Da warten wir mal ab, was die DB noch aus dem Hut zaubert.“

 

Erfreut zeigt sich der Fahrgastverband darüber hinaus über die guten Nachrichten hinsichtlich der Anbindung der Region an das Nachtzugnetz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Wird es zum Fahrplanwechsel im Dezember doch von Basel aus weiterhin eine nächtliche Verbindung nach Zürich, Berlin und Hamburg geben. „Schon seit Jahrzehnte praktiziert die ÖBB erfolgreich Nacht- und Autozugverkehr und das mit einem kundenfreundlichen Preis-/ Leistungsverhältnis“, zieht Argast den Vergleich mit der Deutschen Bahn. Diese hatte angekündigt im Dezember alle Nachtzüge wegen Unwirtschaftlichkeit endgültig einzustellen. Stattdessen sollen nachts verstärkt IC- und ICE-Züge fahren. Der Pro Schiene Vorsitzende sieht diese Pläne allerdings kritisch: „Es kann nicht das Ziel sein, dass Reisende nachts im hell erleuchteten ICE durch die Gegend brettern und am nächsten Morgen total übermüdet am Ziel ankommen.“

 

Der Text zum Download: PE Autoreise-und-Nachtzug

 

Presseerklärung: ÖPNV im Kleinen Wiesental

Anlässlich des Naturparkmarkts in Wies diskutierte der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland mit aktuellen und potentiellen Fahrgästen aus dem Kleinen Wiesental über die derzeitige Situation und die Verbesserungen durch die Fortschreibung des
Nahverkehrsplans.

Erfreut zeigt sich der Fahrgastverband über die ausnahmsweise Bedienung Wies‘ durch den Wanderbus zum Haldenhof am Naturparkmarktsonntag. „Kompliment an die Initiatoren dafür. Das war eine tolle Idee!“, äußert sich Schriftführerin Silvia Waßmer. Einzig die Bekanntmachung im Vorfeld des Marktes sieht sie kritisch. „Selbst aus unserem Verein an ÖV-Interessierten wusste dies kaum jemand.“

Der öffentliche Verkehr im Kleinen Wiesental ist ausbaufähig, waren sich die Besucher des Pro-Schiene-Stands einig. „Es ist schön, zu sehen, dass sich die Menschen für das Thema interessieren“, meint Beisitzer Dietmar Maldacker und lobt die Vielzahl an interessanten Gesprächen. Ein erster Schritt zur Verbesserung der Anbindung des ländlichen Raums wird sicher die schon länger diskutierte Überführung des freigestellten Schülerverkehrs in den regulären öffentlichen Verkehr sein. „Wir hoffen, dies kann bald umgesetzt werden“, sagt Maldacker.

Eine wichtige Rolle spielt hier auch die Einführung der KONUS-Gästekarte, die Feriengästen die kostenfreie Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ermöglicht: Die dafür entrichteten Abgaben müssen einen für die Gäste erkennbaren Mehrwert generieren, was nur dann der Fall ist, wenn der ÖV auch effektiv genutzt werden kann. Dies kann nur durch eine regelmäßige Bedienung zumindest der größeren Dörfer erreicht werden.

Als guten Ansatz in diese Richtung erachtet Pro Schiene die Einführung der Anrufsammeltaxen (Tegernau –) Zell – Schürberg und Tegernau – Schlechtbach. Allerdings: „Die Umplanung des ursprünglich diskutierten Anrufsammeltaxis Schopfheim – Tegernau – Wies/Wembach in eine reguläre Linie, die grundsätzlich zu begrüßen ist, darf nicht zulasten der Verbindung nach Wies oder der flexiblen Anbindung des oberen Tals in den Randzeiten gehen“, so Vorsitzender Karl Argast.

Von den beiden verbleibenden Anrufsammeltaxen profitiert – je nach Linienführung – voraussichtlich nur ein kleiner Teil des Kleinen Wiesentals. „Wir fordern die Anbindung aller größeren Orte im Tal an das AST.“ Zugleich hofft der Fahrgastverband, dass die zusätzlichen Verbindungen ein langfristiges Angebot darstellen und über die Dauer der Flüchtlingsunterkunft in Bürchau hinaus bestehen bleiben.

Positiv sieht der Fahrgastverband die bergquerenden Verbindungen durch das Anrufsammeltaxi und den Anschluss an Wembach und hofft zugleich, dass in Zukunft auch andere berg- und tarifverbundüberschreitende Linien wie z.B. Lipple – Hochblauen – Badenweiler, Haldenhof – Sirnitz – Badenweiler oder Haldenhof – Münstertal – Staufen – Bad Krozingen entsprechend berücksichtigt werden.

„Der ländliche Raum wie das Kleine Wiesental ist nicht nur für seine Bewohner von Bedeutung, sondern auch als Naherholungsgebiet für den Großraum Basel/Mulhouse. Eine angemessene Infrastruktur und eine flächendeckende Bedienung auf dem Land ist Voraussetzung dafür, dass dieses als Wohnraum attraktiv und als Naherholungsgebiet erhalten bleibt“, betont Argast.

 

Der Text zum Download: ÖPNV Kleines Wiesental

Wanderbus Wies 2

Pro Schiene begrüßt Interesse der ÖBB an Nachtzügen

Die Nachricht, dass die ÖBB voraussichtlich zumindest einen Teil der bislang von der Deutschen Bahn betriebenen Nachtzugverbindungen übernehmen möchte, stieß beim Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland auf Erleichterung. „Gerade die Reise über Nacht bietet die Möglichkeit, Zeit zu sparen, indem man sein Ziel schlafend erreicht“, meint Beisitzer Dietmar Maldacker. „Auf Sitzplätzen im Großraumabteil ist dies aber für viele nicht möglich.“

Schlaf- oder auch Liegewagen ermöglichen eine erholsamere Nacht. Während es für jüngere Bahnreisende eine geringere Rolle spielt, wie sie die Nacht verbringen, ist der Ausstieg aus dem Nachtzugverkehr auch eine Entscheidung gegen die älteren Bahnkunden. „Für Jüngere sind die kostengünstigeren Angebote sicher attraktiv, aber ab einem gewissen Alter weiß man ein bestimmtes Maß an Komfort zu schätzen – vor allem auch am nächsten Morgen“, ergänzt Vorsitzender Karl Argast. Und auch für andere Reisende wie Familien, Gruppen oder Kurzurlauber sind separate Abteile mit Schlafmöglichkeiten äußerst praktisch.

Dies unterstreicht auch Schriftführerin Silvia Waßmer: „Statt aus diesem Bereich auszusteigen, sollte die Bahn die Schlafwagen als Mehrwert gegenüber anderen Reiseformen – wie den Fernbussen – vermarkten.“ Ohne Investitionen geht dies natürlich nicht. Umso mehr freut sich der Fahrgastverband darüber, dass die ÖBB den Wert der Nachtzüge erkannt hat und diese im Gegensatz zur Bahn nicht als Verlustgeschäft betrachtet.

 

Der Text zum Download: Nachtzüge

Pro Schiene begrüßt Erhalt der Güterverladung

Erfreut zeigt sich der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland über die Nachricht, dass voraussichtlich weder Lörrach noch Weil am Rhein direkt von den gegenwärtigen Abbauplänen der Bahn im Güterverkehr betroffen sein werden.

„Nach der Übernahme des Autoreisezugs durch BTE ist dies eine weitere gute Nachricht für die Bahninfrastruktur in der Region“, meint Vorsitzender Karl Argast. „Sie bestätigt uns in unserer Überzeugung, dass auch der in jüngster Vergangenheit mehrfach in Frage gestellte Gütertarifpunkt Lörrach eine Zukunft hat, und bestärkt uns ins unserem Kampf.“

Der Erhalt des Gütertarifpunkts und damit der Holzverladung in Lörrach ist für Privat-, Kommunal- und Staatswald gleichermaßen von Bedeutung. Dies streicht auch Matthias Wehrlin, Vorstandsmitglied der FBG Dreiländereck, heraus. Er ist davon überzeugt, dass die Holzverladung in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird und warnt vor immer weiteren Entfernungen, die das Holz von der Quelle bis zur Verladung zurücklegen muss.

„Wir hoffen, dass sich an dieser Entscheidung für den Standort nichts mehr ändert und die gegenwärtige Situation bestehen bleibt“, sagt Wehrlin und ergänzt im Hinblick auf die Pläne der Stadt Lörrach: „In jedem Fall aber darf der Standort nur geschlossen werden, wenn eine geeignete Alternative gefunden wurde und betriebsbereit ist.“

Dies betont auch Dietmar Maldacker, Beisitzer von Pro Schiene: „Gerade im Hinblick auf die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels im Rahmen der NEAT und den Ausbau der Rheintalstrecke, die vor allem auch dem Schienengüterverkehr und der Verlagerung auf die Schiene dienen sollen, wäre die Stilllegung ein Schritt in die falsche Richtung.“

Mit Blick auf die bundesweite Situation ergänzt Argast: „Einerseits baut man neue Infrastruktur, andererseits legt man Verlademöglichkeiten still. Das darf nicht sein.“ Er fordert den erleichterten faktischen Netzzugang alternativer Anbieter und sieht sich durch Situationen wie in Herbolzheim bestärkt, wo nach Aussage Gustav A. Schulzes, Geschäftsführer von AERS Rail Services Deutschland GmbH, der Standort trotz des Interesses mehrerer privater Eisenbahnunternehmen an der Beladung von Güterzügen stillgelegt werden soll.

Pro Schiene Dreiland wünscht sich für die Zukunft einen stärkeren und dezidierten politischen Willen, den Schienengüterverkehr zu erhalten und auszubauen. Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels sollte das Fanal dafür sein.

 

Der Text zum Download: Güterverkehr

Pro Schiene freut sich über Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr

Der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland begrüßt die Verbesserungen im öffentlichen Verkehr durch die Fortschreibung des Nahverkehrsplans. „Die neuen Angebote bedeuten eine Stärkung des ländlichen Raums“, meint Vorsitzender Karl Argast. „Sie verbessern die Infrastruktur und erhöhen die Attraktivität des Landkreises.“

Mit der Einführung der bergquerenden Verbindungen vom Großen Wiesental ins Kandertal und vom Kleinen ins Große Wiesental wurde zudem ein Anliegen aus der Bevölkerung aufgenommen, das bei den Bürgergesprächen im Vorfeld zur Sprache kam. Dies sieht der Fahrgastverband als positives Zeichen für Bürgernähe und die Vernetzung der Täler. Gespannt ist man im Verein auch auf die Einführung der Anruftaxen und ihre Umsetzung. „Sollten sie sich bewähren, wäre dies auch für andere mit dem öffentlichen Verkehr schlecht erschlossene Ortschaften eine Möglichkeit“, äußert sich Schriftführerin Silvia Waßmer hoffnungsvoll. Zudem müsse man den Feriengästen für ihren Beitrag an die KONUS-Karte auch etwas bieten.

Im oberen Wiesental wird mit der Einführung eine alte Pro-Schiene-Forderung erfüllt: Nachdem vor zwei Jahren bereits die Spätverbindung am Wochenende um 21.50 Uhr ab Todtnau eingerichtet werden konnte, sind nun auch am Samstag die Abbringer ab Zell um 22.35 Uhr und um 0.35 Uhr verfügbar. Dies ermöglicht den Bewohnern des oberen Wiesentals den Besuch von Abendveranstaltungen in Lörrach oder Basel und die Heimfahrt mit dem öffentlichen Verkehr. Argast unterstreicht: „Dies ist der Einstieg in den Nachtverkehr.“

Erfreut zeigt sich Pro Schiene auch über die Erweiterung des Aboangebots des RVLs und hofft, dass das Angebot gut angenommen wird. Das Seniorenabo wie auch die vom Kreisrat beschlossene behindertengerechte Umgestaltung von Bussen und Haltestellen erleichtert älteren und/oder körperlich eingeschränkten Menschen die Fahrt mit dem ÖPNV und trägt so zur Mobilität bis ins hohe Alter bei. Nach wie vor offen ist dagegen die Forderung nach einem Kurzstreckentarif, der in einer Kosten-Nutzen-Analyse auf Vor- und Nachteile untersucht werden und differenziert nach Verkehrsträger ausgestaltet werden muss.

Pro Schiene freut sich über das mit dem Nahverkehrsplan Erreichte und erhofft sich ähnlich positive Nachrichten vom kreisüberschreitenden Nahverkehr wie dem Wanderbus zum Hochblauen oder den Verbindungen Schopfheim-Bad Säckingen, Kandern-Müllheim und Todtnau-Kirchzarten.

 

Der Text zum Download: Nahverkehrsplan