Pro Schiene richtet Blick nach Hamburg

Im Rahmen der europaweiten Aktionswoche zur Förderung der Nacht- und Autozüge machte der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland kürzlich am Verladeterminal in Lörrach mit einer Flyeraktion auf eine besorgniserregende Entwicklung in Hamburg aufmerksam.

 

Nach Plänen der Deutschen Bahn und der Stadt Hamburg sollen der Fernbahnhof Hamburg-Altona abgerissen und dafür in einigen Kilometern Entfernung neben der bestehenden S-Bahn-Haltestelle „Diebsteich“ drei Fernbahnsteige angelegt werden.

Das große Problem dabei: „Eine Verlademöglichkeit für Autos und Motorräder ist in Diebsteich bisher nicht vorgesehen“, erklärt Pro Schiene-Vorsitzender Karl Argast.

Zwar habe die Bahn auf Initiative diverser Bürgerinitiativen und den Betreibern der Autoreisezüge eine „Machbarkeitsstudie“ für ein Verladeterminal in „Diebsteich“ in Auftrag gegeben, gebaut sei dieses dadurch aber noch lange nicht, betont der Pro Schiene-Vorsitzende. Und auch andere Alternativen blieben Dank des systematischen Rückbaus der Autozuganlagen in den vergangenen Jahrzehnten durch die Deutsche Bahn rar gesät: „In Hamburg und Umgebung gibt es weit und breit kein einziges Verladeterminal mehr.“ Deshalb befürchtet der Verein, dass mit einer Schließung des Bahnhofs Hamburg-Altona auch der Autoreisezug nach Lörrach gefährdet sein könnte.

Mit der Aktion unterstützte Pro Schiene zudem befreundete Initiativen in Hamburg, die im Internet eine Petition zum Erhalt des Bahnhofs gestartet haben.

Pro Schiene-Vorsitzender Karl Argast (2. v. l.) und sein Stellvertreter Jost F. Noller (l.) verteilten Infoflyer an interessierte Reisende.

 

Weiterführende Links zum Thema:

Petition: Kein Stuttgart 21 in Hamburg-Altona

Homepage der Initiative "Prellbock Altona"

Homepage der Initiative "Nachtzug bleibt"

Homepage der Initiative "Autoreisezüge haben Zukunft"

 

„Nahverkehr findet auch ohne Schienen statt“ – Bericht zur Jahreshauptversammlung

Als „relativ ruhig“, aber dennoch „von einigen Aktivitäten geprägt“ und zwischenzeitlich „sogar richtig arbeitsintensiv“ rekapitulierte Vorsitzender Karl Argast das vergangene Vereinsjahr des Fahrgastverbands Pro Schiene Dreiland bei dessen Jahreshauptversammlung am Freitag in Zell im Wiesental.

 

Rückblick:

Insbesondere die Fortschreibung des Nahverkehrsplans im Landkreis Lörrach habe den Verein dabei „nahezu das ganze Jahr“ beschäftigt, erklärte der Vorsitzende weiter und gab anschließend einen kurzen Überblick über wichtige Verbesserungen im Nahverkehr zum Fahrplanwechsel: So gebe es nun etwa vier statt bisher drei Busverbindungen an Werktagen zwischen Tegernau und Schönau. Von Zell nach Todtnau fährt jetzt auch von Freitag auf Samstag ein Bus um 0.35 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen – und damit nun täglich – einer um 22.35 Uhr. Ebenso hob Argast die Eröffnung des neuen Haltepunkts „Schopfheim-Schlattholz“ hervor, der bereits „kurz nach Inbetriebnahme stark nachgefragt wird“, sowie die Einführung der neuen Regio-Buslinie 54 von Kandern nach Lörrach-Brombach mit dortigem Anschluss an die Regio-S-Bahn.

Weiterhin freute sich der Vorsitzende über die „sehr gelungene“ und gut besuchte Podiumsdiskussion „Mobilität im Dreiland“, zu der der Verein im Oktober nach Lörrach eingeladen hatte. Bereits zuvor diskutierte der Fahrgastverband mit interessierten Bürgern über das Thema „Nahverkehr im ländlichen Raum“ in Tegernau und nahm dort auch am Naturparkmarkt mit einem Infostand teil. „Es ist für mich eminent wichtig, dass wir auch weitab vom nächsten Bahnhof Präsenz zeigen, denn Nahverkehr findet auch ohne Schienen statt“, hob Argast dabei hervor.

Weitere Aktivitäten des Vereins waren unter anderem die Fortsetzung der nach wie vor gefragten Fahrkartenautomatenkurse am Bahnhof Zell, die Kontaktpflege mit befreundeten Initiativen oder auch die Fortsetzung des „Tour de Bähnle“- Angebots mit neun Fahrten zu verschiedenen Zielen in Baden-Württemberg, Österreich und Rheinland-Pfalz.

 

Ausblick:

Mit Blick auf die jüngst bekannt gewordenen Aussagen einer „Überversorgung“ im Nahverkehr im Wiesental kündigte der Vorsitzende des Weiteren für die kommenden Monate ein „intensives Nahverkehrsjahr“ an. Ein Punkt, auf den dabei verstärkt hingearbeitet werden solle, sei die Schließung der abendlichen Taktlücke auf der S6 zum Ein-Stunden-Takt von Basel nach Zell, so Argast.

Darüber hinaus wies er auf eine weitere Verbesserung hin, die ab Mai auf der Buslinie nach Titisee eintreten wird: Die durchgehenden Busse werden dann alle mit Fahrradständern ausgestattet, wodurch ab Mai täglich bis zu fünf Fahrräder pro Stunde transportiert werden können. Daran anknüpfend werde der Verein außerdem die Fortschreibung des Nahverkehrsplans weiter forcieren: „Gerade ein attraktiver Busfahrplan ist äußerst wichtig für ein Gesamtkonzept im ÖPNV.“

Weitere Themen, die im Blick behalten werden sollen, sind die Entwicklungen im Kandertal (S-Bahn), der Autoreisezug, der Schienengüterverkehr sowie die Umgestaltung des Bahnhofs Zell.

Ebenso werden die Fahrkartenautomatenkurse ab März wieder aufgenommen. „Tour de Bähnle“-Fahrten führen in diesem Jahr unter anderem nach Friedrichshafen, Überlingen oder Bad Waldsee sowie im September vier Tage ans Südportal des Brennerbasistunnels in Südtirol.

 

Wahlen:

Zum ersten Vorsitzenden wurde auf zwei Jahre Karl Argast sowie zum zweiten Vorsitzenden auf ein Jahr Jost F. Noller gewählt. Schriftführerin bleibt für ein weiteres Jahr Silvia Waßmer, die Kasse übernehmen für zwei Jahre Daniel König und Brigitte Spitz. Zu Beisitzern wurden einstimmig Nadja Eichin, Dietmar Maldacker, Klaus Strittmatter und Maximilian Noller bestimmt.

 

Gute Nachricht aus dem Schopfheimer Rathaus: Unbürokratische Lösung für Park&Ride in Schopfheim-West gefunden

Nachdem von mehreren Seiten – unter anderem auch von uns (siehe Pressemitteilung vom 19.11.) – die Nutzungsregelung für die Anfang November eröffnete neue Park+Ride-Anlage in Gündenhausen kritisiert worden war (Parken für Pendler war zwar gratis, allerdings nur mit einer im Rathaus erhältlichen Parkkarte) kündigte die Stadtverwaltung Schopfheim nun eine unbürokratische Lösung an.

Diese sieht folgendermaßen aus: Ein Teil der Parkplätze bleibt – wie bisher – nur mit einer Parkkarte aus dem Stadtbüro nutzbar, etwa 30 Stellplätze stehen nun jedoch ohne Parkkarte für spontan entschlossene ÖPNV-Nutzer zur Verfügung. 

Wir freuen uns über diese gute und benutzerfreundliche Lösung und danken der Stadtverwaltung Schopfheim!

 

Zum Thema:

Badische Zeitung, 27.12.2017: https://www.badische-zeitung.de/schopfheim/parkundride-anlage-in-schopfheim-soll-teilweise-oeffentlich-werden–147362741.html

Presseerklärung: Keine Parkplatz-Odyssee in Schopfheim-West

Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland kritisiert Parkregelung auf neuer Park&Ride-Anlage

Zum Bahnhof mit dem Auto fahren, dort kostenlos parken und bequem auf den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen: Das ist die Idee des „Park&Ride“-Konzepts, für dessen Ausbau sich der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland schon seit Jahren einsetzt. Deshalb begrüßt der Verein um Vorsitzenden Karl Argast auch die Eröffnung des neuen Park&Ride-Parkplatzes am Bahnhaltepunkt Schopfheim-West sehr. „Es wurde höchste Zeit, dass der gut gelegene Haltepunkt in Gündenhausen auch entsprechende Parkplätze bekam“, hebt Argast – gerade auch mit Blick auf die Pendler aus dem Kleinen Wiesental – hervor.

Wenig Verständnis zeigt der Verein allerdings für die komplizierte Parkregelung, mit der die Stadt Schopfheim spontanen Auto- oder motorisierten Zweiradfahrern den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr nahezu unmöglich macht. „Die von der Stadt durchgesetzte Regelung mit Parkkarten sehen wir schon in der Innenstadt kritisch, in Schopfheim-West jedoch ist sie ein totaler Blödsinn“, sagt Argast. Sei sie doch nicht nur umständlich, sondern auch wenig benutzerfreundlich: „Eine spontane Bahnfahrt ist so eigentlich nicht möglich – es sei denn die umsteigewilligen Bürger nutzen die Park&Ride-Angebote in den Nachbargemeinden Maulburg, Steinen oder Hausen-Raitbach.“ Allerdings könne dies ja nicht das Ziel sein, betonen der Vorsitzende und seine Mitstreiter.

Weiterhin legen sie dar, dass das Problem der Schopfheimer Regelung eigentlich schon mit den eingeschränkten Öffnungszeiten des Stadtbüros beginne. Dadurch müsse ein umsteigewilliger Bürger seine Fahrt quasi schon mehrere Stunden und vor allem am Wochenende auch mehrere Tage im Voraus planen.

Um dieses Problem zu lösen, sieht der Fahrgastverband vor allem zwei mögliche Ansätze: Eine davon ist die bereits ins Gespräch gebrachte Möglichkeit, Parkkarten auch per Internet zu lösen und daheim auszudrucken. Favorisiert wird vom Verein aber – gerade auch für Spontanfahrer – ein anderer Weg: „Wir sehen als beste Lösung einen Parkscheinautomat“, legt der Vorsitzende die Überlegungen des Vereins dar. Dieser könne dann zum Beispiel Parkkarten, die auf 24-Stunden begrenzt sind, kostenlos ausgeben. Außerdem sollte er so ausgerüstet sein, dass er auch Parkgenehmigungen für Pendler mit Monats- oder Jahreskarte sowie für Reisende mit einen Fahrschein über mehrere Tage ausstellen kann. Damit wären sowohl Pendler als auch Spontanfahrer mit Einzelfahrschein, Punktekarte oder 24-Stunden-Ticket abgedeckt und könnten den neuen, großzügig angelegten Park&Ride-Parkplatz optimal nutzen.

Mit der bisherigen Regelung hingegen, so ist sich die Vorstandschaft sicher, werde den Bürgern – vor allem auch denen aus dem kleinen Wiesental – der Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr eher vergällt. „Spontanes Reisen wird in Schopfheim zur Odyssee, die wahrscheinlich nur die Wenigsten auf sich nehmen werden. Stattdessen fahren sie vermutlich gleich mit ihrem PKW zum Ziel oder nutzen, wie bisher auch, die unbürokratischen Park&Ride-Anlagen in Maulburg, Steinen oder Hausen-Raitbach“, nennt Argast das Problem mit der Parkkarte in Schopfheim-West beim Namen. Mit einem Augenzwinkern fügt er an: „Diesbezüglich wiehert nicht nur ein Amtsschimmel im Rathaus, sondern eine ganze Herde.“

Im Sinne einer nachhaltigen Verkehrspolitik und umsteigewilliger Bürger hofft der Verein auf Einsicht in der Schopfheimer Amtsstube und eine baldige, nutzerfreundlichere Regelung auf der Anlange in Gündenhausen. Schließlich möchte niemand, dass der schön gestaltete Parkplatz zu einer kaum genutzten Stellflächen-Ruine verkommt.

Hintergrundinformation: Parkkarten für neue P&R-Anlage gibt’s nur im Stadtbüro (BZ, 16.11.2017)

 

 

Tour de Bähnle nach Friedrichshafen um eine Woche verschoben

Auf Grund von Schienenersatzverkehr verschiebt der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland seine auf den 18. November geplante Fahrt ins Zeppelinmuseum nach Friedrichshafen um eine Woche. Neuer Termin ist Samstag, der 25. November. Abfahrtszeit bleibt 7.35 Uhr ab Zell im Wiesental, der Zustieg unterwegs ist möglich. Die Kosten für Fahrt, Eintritt und Führung betragen 35 Euro.

Anmeldung bis spätestens Donnerstag, 23. November, bei Brigitte Spitz, Tel. 07625/98356, Karl Argast, Tel. 07625/98190 oder unter info@ig-proschiene.de

Tour de Bähnle nach Baden-Baden

Im Rahmen des „Tour de Bähnle“-Programms besucht der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland am Samstag, 10. Juni, die Kurstadt Baden-Baden. Dort fährt die Gruppe mit einer der längsten und steilsten Standseilbahnen Deutschlands auf den Baden-Badener Hausberg „Merkur“, vom dem ein einmaliger Rundumblick über Baden-Baden, den Schwarzwald, das Murgtal, die Rheinebene und die Vogesen möglich ist.

Blick auf Baden-Baden vom Merkur.                                              Foto: Pro Schiene Dreiland/ S.W.

Abfahrt ist um 7.05 Uhr ab Zell im Wiesental, Zustieg unterwegs ist möglich. Der Preis für Fahrt und Bergbahn beträgt 35 Euro pro Person. Anmeldung bis spätestens Donnerstag, 8. Juni, bei Brigitte Spitz, Tel. 07625/98356, Karl Argast, Tel. 07625/98190, oder unter info@ig-proschiene.de

Presseerklärung: Pro Schiene begrüßt baldigen Baubeginn des Haltepunkts Schlattholz

Was lange währt, wird endlich gut“, freut sich Pro Schiene Vorsitzender Karl Argast angesichts der erfreulichen Nachricht eines baldigen Baubeginns des Haltepunkts Schlattholz. Ist der Wunsch nach einem weiteren Haltepunkt zwischen Schopfheim und Fahrnau doch bereits über zehn Jahre alt. „Von der ersten Idee bis heute ist beim Schlattholz ein komplett neues Wohngebiet entstanden“, hebt Argast dabei hervor. Und gerade für dieses sei eine Anbindung an die Regio S-Bahn wichtig, um noch mehr Bewohnern den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu erleichtern.

 

Trotz aller Freude, äußert der Fahrgastverband jedoch auch kritische Töne. Vor allem die gestiegenen Kosten seien durchaus vermeidbar gewesen, hebt Argast hervor und erklärt: „Hätten sich die Deutsche Bahn und das Eisenbahnbundesamt schon früher ernsthaft mit dem Thema auseinander gesetzt, hätte der Haltepunkt schon vor Jahren zu der ursprünglichen Kostenberechnung gebaut werden können.“

 

An einer fehlenden Entschlossenheit der Stadt Schopfheim habe es jedenfalls nicht gelegen, betont der Verein. Habe die Stadt doch immer wieder bei der Bahn hinsichtlich der aktuellen Entwicklung nachgehakt. Umso erfreulicher sieht Pro Schiene deshalb die nun von der Bahn erfolgte Veröffentlichung eines konkreten Zeitplans und hofft, dass am 4. Juli dann auch tatsächlich mit den Bauarbeiten begonnen wird.

 

Veranstaltungshinweis: Schienengipfel am 3. Mai 2017 in Waldshut

Bild: Pro Schiene Archiv

Wie geht es mit dem Schienenverkehr am Hochrhein weiter? Rita Schwarzelühr-Sutter diskutiert beim Schienengipfel mit Vertretern der Bahn, Politik und Bürgerinnen und Bürger.

Verspätungen, veraltete Dieselzüge in mangelhaftem Zustand und eine schlechte Taktung verärgern Schüler, Pendler und Bürger.  Die Elektrifizierung der Hochrheinbahn verbunden mit neuem, barrierefreien Zugmaterial, lässt auf sich warten. Dies und wie Verbesserungen für den Schienenverkehr erreicht werden können, werden Landrat Dr. Martin Kistler, Sven Hantel –  Konzernbevollmächtigter der DB AG für Baden-Württemberg, Georg Keitel aus dem Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg (Referatsleiter Personen-und Schienenverkehr) und die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter mit Bürgerinnen und Bürger auf dem Schienengipfel am 3. Mai in Waldshut diskutieren.

Bürgerinnen und Bürger sind hierzu herzlich eingeladen.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, den 3. Mai um 18:30 Uhr im Kornhaus Waldshut, Bismarckstr.12 statt. „Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um gemeinsam für eine schnelle und nachhaltige Verbesserung des Schienenverkehrs am Hochrhein zu kämpfen“, so die SPD-Bundestagsabgeordnete.

Text: http://www.schwarzelühr-sutter.de/artikel/schienengipfel-am-3-mai-in-waldshut 

Tour de Bähnle nach Donaueschingen

Am Samstag, 6. Mai, fahren wir mit „Tour de Bähnle“ nach Donaueschingen. Dort stehen eine Besichtigung der Donauquelle sowie ein Besuch der Fürstlich Fürstenbergischen Sammlung auf dem Programm. Abfahrt ist um 8.35 Uhr ab Zell im Wiesental. Der Preis für Fahrt, Eintritt und Führung beträgt 35 Euro pro Person. Anmeldung bis spätestens Donnerstag, 4. Mai, bei Brigitte Spitz, Tel. 07625/98356, Karl Argast, Tel. 07625/98190, oder unter info@ig-proschiene.de

 

Presseerklärung: Zwei Gleise fürs Zentralklinikum

Pro Schiene thematisiert Probleme und Voraussetzungen für eine Anbindung an die Wiesentalbahn

Das neue Zentralklinikum ist derzeit im Landkreis Lörrach in aller Munde. Neben finanziellen und umweltpolitischen Aspekten spielt bei einer Realisierung auch die Verkehrsanbindung eine wichtige Rolle. Besonders zu den beiden Standorten im Wiesental möchte der Fahrgastverband Pro Schiene Dreiland jedoch auf folgende Probleme und Voraussetzungen aufmerksam machen: Ein zweigleisiger Ausbau der Wiesentalbahn wäre zwar eine schöne Sache, doch offiziell ist dieser weder im Moment noch in naher oder ferner Zukunft angedacht. Deshalb wird auch die Umsetzung eines neuen Haltepunkts im Lörracher Entenbad auf absehbare Zeit nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Neben der Kostenfrage ist es vor allem hinsichtlich des Fahrplans schwierig, einen weiteren Haltepunkt auf diesem Streckenabschnitt unterzubringen. Dies liegt besonders daran, dass es auf der größtenteils eingleisigen Strecke zu wenig Ausweichmöglichkeiten gibt – wurden doch vor Jahren die zweiten Gleise in Maulburg und Stetten, die die Situation entspannt hätten, entfernt.

Aktuell ist es jedoch so, dass die S5 von Weil nach Steinen und die S6 von Basel nach Zell gerade so aneinander vorbei kommen. „Jeder weitere Halt zwischen Lörrach und Schopfheim sprengt das ausgeklügelte Taktgefüge“, sagt Vorsitzender Karl Argast.

Deshalb müsste ein neuer Haltepunkt „Entenbad“ auf jeden Fall zweigleisig (mit zwei Bahnsteigen) bis Steinen – besser jedoch noch bis Schopfheim – gebaut werden. Bei einem Zentralklinikum in Gündenhausen wären beim Haltepunkt „Schopfheim West“ ebenfalls ein zweites Gleis und ein zweiter Bahnsteig für einen 15-Minutentakt notwendig. „Hier muss ein zweigleisiger Ausbau zumindest zwischen Maulburg und Schopfheim erfolgen, um diesen Takt bis Schopfheim zu gewährleisten“, betont Argast.

Die Lörracher Idee eines Bus-Shuttles vom Bahnhof „Brombach/ Hauingen“ zum Zentralklinikum im Entenbad sieht der Fahrgastverband hingegen kritisch. „Ich glaube kaum, dass Leute, die gesundheitlich angeschlagen sind, große Lust haben, noch auf einen Bus umzusteigen“, sagt Beisitzerin Brigitte Spitz. Und Schriftführerin Silvia Waßmer ergänzt: „Selbst bei einer optimalen, direkten Bahnanbindung des neuen Klinikums stellt sich letztlich die Frage, ob Bürger wirklich zugunsten des ÖPNV auf eine Anreise mit dem eigenen PKW verzichten.“ Eine Umsteigeverbindung – so sind sich die Vereinsmitglieder einig – sei für dieses Ziel jedenfalls ziemlich unattraktiv.